in Figurationen des Politischen 1 und 2
Raumkonzepte in Literatur und Film der Postmoderne
Die Räume der Postmoderne scheinen nur ein Spiel von Zei-chen, ihre Zimmer, Landschaften und Universen nichts als mediale Simulation. Zugleich aber erweist sich in der Untersuchung exem-plarischer Raumrepräsentationen ein „realer“ Topos als beharrliche Utopie der Kunst. Ob in der Literatur oder im Film – die Postmoderne problematisiert ihre Beziehung zur „Realität“ in hochartifi-ziellen und autoreflexiven Darstel-lungsverfahren. Doch eine ihrer Do-minanten ist ebenso die stete Arbeit am Weltgehalt der Narration. So fragen etwa die hier behandelten Topologien von Paul Auster, Don DeLillo, Peter Greenaway und Michel-angelo Antonioni nach der Möglich-keit, jenseits aller Zeichenstrukturen räumliche Wirklichkeit zu berühren. Zwar markieren sie deren „unvermittelte Vermittlung“ letzten Endes als utopisch und richten sich im Schrift- oder Bildzeichen als ihrer Bedingung ein. Immer aber bleibt jener Utopos für die Postmoderne ein Ort, dem sich nur die erzählende Topographie anzunähern versteht.
Weil und nicht etwa obwohl sie für Hitler große Filme drehte, wird Leni Riefenstahl noch immer als Bildvisionärin von Rang gehandelt. Ihr Werk stellt nach wie vor eine Herausforderung für uns dar. Dies und anderes verdeutlichen die Beiträge des vorliegenden Bandes, der, angefangen bei den Fanck’schen Bergfilmen und Riefenstahls Regiedebüt Das blaue Licht über die berühmtberüchtigten NS-Dokumentationen Triumph des Willens und Olympia bis hin zu Tiefland und den Nuba-Arbeiten, die ›ganze Riefenstahl‹ in den Fokus rückt und hierbei nicht zuletzt der Frage nachgeht, ob 'die Kraft ihres Werkes' tatsächlich, wie Susan Sontag behauptete, 'in der Kontinuität seiner politischen und ästhetischen Ideen liegt.'