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In: Marcel Proust: Bewegendes und Bewegtes
In: Geteilte Gegenwarten
In: Begriff und Darstellung der Natur in der spanischen Literatur der Frühen Neuzeit
In: Zwischen dem Heiligen und dem Profanen
In: Robert Walsers Ambivalenzen
Balzac - Henry James - Fontane
Die Musen gelten als antike Möglichkeitsbedingung des Erzählens. Dass sie in den Romanen Balzacs, Henry James’ und Fontanes ein Nachleben führen, zeigt ihre poetologische Bedeutung für die Moderne.
Annalisa Fischer untersucht Romane, die dem modernen Erzählparadigma realistischer Mimesis verpflichtet sind und doch eine Musenfigur ins Zentrum der Diegese stellen. Die Studie legt die Transformationsprozesse, die die antiken Göttinnen der Künste auf dem langen Weg in die Moderne durchlaufen, offen und arbeitet die poetologische Bedeutung der Musenfiguren sowohl für den jeweiligen Roman als auch für das realistische Erzählprogramm im 19. Jahrhundert heraus. Die Arbeit zeigt, wie die Muse ihr poietisches Potential in den modernen Text einträgt und sich so als Kristallisationspunkt der Romanpoetik erweist.
Absenz und Wiederkehr in ausgewählten atlantischen Poetiken des 20. Jahrhunderts
Während der Atlantik in der Antike als unüberwindbar galt, verwandelte er sich im Zeitalter der modernen Globalisierung in einen transmarinen Raum der ständigen Bewegung und Aushandlung verschiedener kultureller Konzepte. Doch auch in diesem aufgeklärten Kontext behält der Atlantik in der poetischen Phantasie noch immer Merkmale des Ungeheuren. Das Verdrängte taucht auf unheimliche Weise wieder auf und konfrontiert die Kulturgeschichte mit ihrer vergessenen Vergangenheit. Der Band erweitert US-amerikanische Ansätze der Atlantic Studies um spanische, lusitanische und karibische Sichtweisen und analysiert atlantische Texte von Fernando Pessoa, Édouard Glissant, Derek Walcott und Manuel Padorno.

Weltgeschichte, Halbwelt, Weltanschauung: Es gibt keine Welt ohne Welt-Komposita. Das vorliegende Lexikon entfaltet diese These in ungefähr sechzig Artikeln im Grenzbereich von Essay und Wortgeschichte. Die Rede von der Welt ist in aller Munde, zumal angesichts der aktuellen Dynamik, die als fortgeschrittene ‚Globalisierung‘ begriffen wird. Besonders in der deutschen Sprache tritt das kleine Wort mit der großen Bedeutung häufig in zusammengesetzten Wörtern auf. Solche Welt-Komposita sind immer auch Verfahren, Welten – die es ja nicht an sich und je schon gibt – zu komponieren, und ihre genauere Analyse ermöglicht Einblicke in die Vielfalt der Kompositionsweisen.
À la Recherche du temps perdu ist ein künstlerisch gestaltetes Universum von unvergleichlicher Größe. Vielfältige Bewegungen durchziehen und gliedern diese Welt – nicht nur als Formen ästhetischer Erfahrung, sondern auch als Modelle literarischer Hermeneutik. Die Kategorie der Bewegung ist unumgänglich, um die Poetik der Recherche zu verstehen. Dies beginnt bei erzählerischen Modellierungen von Bewegung an Schlüsselstellen und führt zu Erkundungen des ästhetischen Potenzials verschiedener Bewegungsarten. Analysiert wird dies vor dem Hintergrund zahlreicher einschlägiger Diskurse: die moderne Kinästhetik, die Philosophie Henri Bergsons, die medizinische Theorie der Nervosität, die Theorie fotografischer Stillstellung. Ebenso wichtig sind die intertextuellen Bezüge, die von Anspielungen auf Ovid und Hans Christian Andersen bis zu generischen Referenzen auf die moderne Lyrik, die avantgardistischen Formen des Theaters und die Ästhetik des Kinos reichen.