in Realitätseffekte
in Riefenstahl revisited
AutorIn: Ursula von Keitz

Der Beitrag analysiert, ausgehend von Formen der Aussparung und der evokativen Potentiale dokumentarfilmischer Arbeit mit Leere und Absenz, insbesondere Weisen der Adressierung von Zuschauerimaginationen im Zeitzeugendokumentarfilm. Auf der Basis dieser eingeführten Modi filmischer Oral History wird am Beispiel der Filme DAS HIMMLER-PROJEKT von Romuald Karmakar und AGHET – EIN VÖLKERMORD von Eric Friedler gezeigt, wie durch Auslassungen und ästhetische Reduktionen komplexe Verflechtungen von Zuschauerimaginationen und Referenzen entstehen und wie beide Filme damit fiktive Zeitzeugenschaften und Zeitgenossenschaften kreieren.

in Auslassen, Andeuten, Auffüllen
Weil und nicht etwa obwohl sie für Hitler große Filme drehte, wird Leni Riefenstahl noch immer als Bildvisionärin von Rang gehandelt. Ihr Werk stellt nach wie vor eine Herausforderung für uns dar. Dies und anderes verdeutlichen die Beiträge des vorliegenden Bandes, der, angefangen bei den Fanck’schen Bergfilmen und Riefenstahls Regiedebüt Das blaue Licht über die berühmtberüchtigten NS-Dokumentationen Triumph des Willens und Olympia bis hin zu Tiefland und den Nuba-Arbeiten, die ›ganze Riefenstahl‹ in den Fokus rückt und hierbei nicht zuletzt der Frage nachgeht, ob 'die Kraft ihres Werkes' tatsächlich, wie Susan Sontag behauptete, 'in der Kontinuität seiner politischen und ästhetischen Ideen liegt.'