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In: Narration und Ethik
In: Schwellenprosa
In: Hannah Arendt und Giorgio Agamben
In: Grenzgänger der Religionskulturen
In: Benjamin-Studien 3
In: Metamorphosen von Kultur und Geschlecht
In: Das Dämonische
Utopie und Dystopie in der Gegenwart
Utopien denken Möglichkeiten von Zukunft. Mit Beginn der historischen Moderne, in der die Erwartung an die Zukunft die Erfahrung der Vergangenheit übersteigt, entstehen in der je aktuellen Gegenwart Entwürfe, die Utopien genannt werden können. Die Temporalisierung der Erfahrung macht Projektionen in die Zukunft möglich (Reinhart Koselleck). Diese sind nie eindeutig. Sie liefern mehrdeutige Wunsch- und Schreckbilder auch in eigentümlichen Verschränkungen. Die Einsicht in diese Dialektik nimmt mit dem Grad der Selbstreferentialität von Zukunftsentwürfen zu; Utopie und Dystopie bedingen sich wechselseitig. – Gegenwärtig leben wir mit außerordentlich unsicheren Zukunftsperspektiven. Haben Utopien nur in Dystopien überlebt? Nach dem Ende des Utopismus-Verdachts am Beginn der 90er Jahre geht es heute um eine Bestandsaufnahme von Zukunftspotentialen, um Diskussionen von Denkformen des Hypothetisch-Möglichen. Bietet die Tradition des utopischen Denkens Anknüpfungspunkte für aktuelle, positiv oder negativ konnotierte Zukunftsbeschreibungen? Wunsch- und Warnbilder sind noch immer jenem utopischen Impuls verpflichtet, der den Blick aus der Gegenwart in die Zukunft richten will. Die Frage nach der Zukunft utopischen Denkens stellt somit in den Möglichkeiten temporalen, visionären und konjunktivischen Denkens zugleich die Frage nach dem Ort des Gesellschaftlichen und der Gesellschaft heute – und damit die Frage nach der Verbindlichkeit von Tradition, und das heißt auch: nach Traditionen des Utopischen.
Genealogien, Praktiken, Imaginationen
Konstruktivistische Gender-Konzepte verzeichnen seit längerem außerordentliche institutionelle Erfolge. Sie wurden in transnationalen Netzwerken von Kunst- und Kulturschaffenden aufgegriffen, um Identität, Sehnsüchte und Ängste bezüglich Sexualität, Partnerschaft und Reproduktion über ästhetische Medien neu zu verhandeln.
Der Band diskutiert aktuelle Tendenzen der Kulturalisierung von Differenz am Beispiel öffentlicher Auftrittsweisen der Kategorie Gender. Ziel ist nicht, Kulturalisierung hinter sich zu lassen, sondern die damit bezeichneten Prozesse selbst zu befragen. Sie rekonstruieren genealogische Linien, Praxisfelder und Imaginationen, die eine Rezeptionsgeschichte von Gender-Konzepten in unterschiedlichen akademischen und öffentlichen Diskursen sowie in zeitgenössischer visueller Kultur ergeben.
Die im zweijährigen Rhythmus erscheinenden Benjamin-Studien dokumentieren den internationalen Stand der Forschung zum Schreiben und Denken Walter Benjamins und zur aktuellen Relevanz seines Werkes. Trotz intensiver Diskussionen der letzten Jahrzehnte ist das Potenzial von Benjamins Denk- und Arbeitsweise nicht erschöpft. Noch gibt es weitere Aspekte seines Werkes zu erschließen und auf ihre Bedeutung für die Gegenwart zu befragen. Zugleich ist es an der Zeit, die intensive Rezeption seines Denkens selbst zum Gegenstand der Forschung zu machen. Der dritte Band der Benjamin-Studien präsentiert Beiträge zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte, zur Verortung seines Denkens im intellektuellen und historischen Kontext sowie Detailuntersuchungen zu spezifischen Texten. Mit Beiträgen von u.a. Brian Britt, Peter Fenves, Vivian Liska, Andrea Pinotti, Björn Quiring.