in Ding und Verdinglichung
Systematisch-vergleichende Untersuchung disziplinenübergreifender Wissenschaftspraxis
Die Etablierung der Umweltforschung als wissenschaftliche Disziplin ist in den 1990er Jahren stets mit der Forderung verbunden worden, die Komplexität der angetroffenen wissenschaftlichen Problemlagen benötige disziplinenübergreifende Forschungsansätze. Weder die Bezeichnungen noch die Forschungsabsichten dieser Ansätze waren jedoch theoretisch begründet. Vielmehr folgte die Terminologie wissenschaftspolitischen Diskursen, die in modischen Zyklen mit immer neuen Bezeichnungen diese nicht-etablierte Form wissenschaftlicher Praxis zu bannen versuchten. Erstmals werden definitorische Begründungen für die drei wichtigsten Begriffe Multi-, Inter- und Transdisziplinarität in systematischer Form dargelegt. Die jeweiligen Handlungsdifferenzen werden ihren disziplinären Wissenschaftspraktiken gegenübergestellt und so ein wesentlicher und längst überfälliger Beitrag zur Entmystifizierung disziplinenübergreifender Forschungsansätze geleistet.
Philosophische Positionen und Perspektiven
In diesem Aufsatzband sind philosophische Relektüren und Reinterpretationen einschlägiger Positionen zum Thema „Erinnerung“ versammelt. Die lange Traditionslinie von Platon, über John Locke und Friedrich Nietzsche, bis hin zu Henri Bergson und Ludwig Wittgenstein wird mit systematischen Perspektiven hinsichtlich der kognitiven und ethischen Bedeutung des Erinnerns verknüpft. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den aktuellen Debatten um die Medialisierung und Politisierung von Erinnern und Vergessen gewidmet. Sowohl der Zusammenhang zwischen neuro- und kognitionswissenschaftlicher Theoriebildung und medialer Technologisierung als auch die wechselseitige Beeinflussung natur- und kulturwissenschaftlicher Fragestellungen lassen es nämlich als zweifelhaft erscheinen, ob es sich bei diesem komplexen Problemfeld überhaupt um ein einheitliches Phänomen handelt. In jedem Fall bedarf aber es bei der gegenwärtigen Konjunktur der Erinnerung in wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussionen einer Reflexion auf den Zusammenhang von Zeit und Geschichte, Identität und Kultur.
Technik- und Sozialphilosophie nach Heidegger und der Kritischen Theorie
Obgleich Heideggers Philosophie und die Kritische Theorie auf den ersten Blick als unvereinbar erscheinen, besteht zwischen ihnen eine enge Verwandtschaft.
So führt die ontologische Technikanalyse bei Heidegger zu einer Diagnose ihrer Genese durch menschliche Praxis und zu einer pessimistischen Einschätzung der Erkenntnisfähigkeiten des Menschen, während die Kritische Theorie, von einer gesellschaftskritischen Analyse sozialer Praxis ausgehend, zu einem ontologischen Begriff der Verdinglichung gelangt. Sowohl die Technikkritik bei Heidegger als auch die Verdinglichungsthese der Kritischen Theorie bleiben jedoch erläuterungsbedürftig. Aus diesem Grund setzt sich Ding und Verdinglichung mit dem Begriff der Verdinglichung im Zusammenhang mit der Technikphilosophie und der Sozialphilosophie auseinander.