Search Results

You are looking at 1 - 10 of 84 items for

  • Author or Editor: Werner Faulstich x
  • Search level: All x
Clear All
Das zweite Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hat bisher nur geringes Interesse gefunden - allzu dominant war der Erste Weltkrieg, allzu naheliegend die Tendenz, die Zeitspanne von der Jahrhundertwende bis 1914 als Einheit zu sehen und die Jahre nach 1918 dem folgenden Jahrzehnt zuzuschlagen. Dieser Band zeigt auf, dass gerade die kulturellen Besonderheiten und Veränderungen der Phase von 1910 bis 1920 einen eigenen Zugriff verdienen. Neben dem Wandel in Bereichen wie Philosophie, Sportkultur und Mode werden neue Zusammenhänge und Einflüsse sichtbar - von der Debatte um Kultur contra Kunst über den Komplex von Werbung und Propaganda bis zur Bedeutung von Kirche und Religion. Der Blick auf die klassischen Teilkulturen wie Presse, Film, Literatur, Kunst und Musik sowie auf den Krieg als "Urkatastrophe" wird zugleich erweitert um neue Bereiche wie Alltagskultur, Frontkultur und Fotokultur. Auf dem Hintergrund der politischen und wirtschaftlichen Rahmendaten wird damit die enorme Zerrissenheit dieses Jahrzehnts um ein Vielfaches verständlicher.
Die Positionierung des Einzelnen in der Gesellschaft zu gestalten, ist zentrale Funktion von Kultur. Immer wieder neu entworfen werden muss die Beziehung zwi-schen dem Ich und dem Du, dem Ich und dem Wir, dem Ich und der Welt. Heute haben die Traditionen und klassischen Wächter des sozialen und kulturellen Beziehungsge-flechts vielfach ausgedient und das gewohnte Netzwerk ist zerris-sen. Das bedeutet Gefährdung und Chancen zugleich. In diesem Band werden funda-mentale Beziehungskulturen in ihrem derzeitigen Wandel vorge-stellt: die Liebesbeziehungen zwischen den Geschlechtern, die Beziehungen zwischen Schü-lern und Lehrern, die Nächsten-liebe, die Beziehungen zum Geld, die Freundschaft, Bezie-hungen zu Orten, Ess- und Trink-kulturen als Formen der Bezie-hung zur Nahrung, die Beziehun-gen zwischen Arzt und Patient, zwischen Künstler und Modell, die Beziehung zu Heimat und Lokalgeschichte, nicht zuletzt auch die Beziehung des Men-schen zur Natur. Jeweils wird thematisiert, wie Beziehungen sind und wie sie vielleicht sein sollten.
Charakteristisch für die Kultur der 20er Jahre erscheint der Widerspruch von Vermassung einerseits und Ausdifferenzierung andererseits, der spannungsreiche Verbund von Kommerzialisierung und Ästhetisierung, eine prekäre Balance zwischen neuen Lebensstilen und dem retrospektiven Beharren auf dem Vergangenen. Die 14 Beiträge dieses Bandes zeigen diese Vielfalt, die Turbulenzen und den Reichtum ders „goldenen“ Jahrzehnts und erweitern kritisch bereits vorliegende Befunde. Nach einer Einführung über das politische, wirtschaftliche und soziale „Leben auf dem Vulkan“ werden soziokulturelle Basisveränderungen aufgezeigt – in der Angestelltenkultur, in der Arbeiterkultur, mit der „neuen Frau“, mit dem neuen Bildungssystem von Schule, Hochschule und Volksbildung. Sie werden erweitert durch pointierte Einblicke in spezielle Kulturbereiche wie Mode, Architektur und Design, Werbung, Musik, Literatur und Kunst. Die besondere Aufmerksamkeit gilt schließlich noch den wichtigsten Medien als den zentralen Steuerungs- und Orientierungsinstanzen der Epoche: der Presse, der Fotografie, dem Film und dem neuen „Rundfunk“.
In: Die Kultur der 90er Jahre
In: Die Kultur der 90er Jahre
In: Die Kultur des 20. Jahrhunderts im Überblick
In: Die Kultur des 20. Jahrhunderts im Überblick
In: Die Kultur des 20. Jahrhunderts im Überblick