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In: Wer hat Angst vor der Philosophie?
In: Walter Benjamin: Moderne und Gesetz
Series:  Makom, Volume: 5
Benjamins Denken spürt die Rhythmen auf, in denen geschichtliche Veränderungen stattfinden. Es gilt hierbei, die tektonische Kraft, die aufeinander stossende Weltalter erzeugen, in Begriffen und Bildern darzustellen. Diese Aufgabe stellt sich potenziert im Verhältnis zum Gesetz. Konstituierte dieses den Massstab, der alle geschichtliche Veränderung relativierte, so ist es Kennzeichen der Moderne, dass die Bedingungen dieses Verhältnisses analysiert, bzw. verworfen oder mit anderen Vorzeichen gedacht werden. Benjamin geht den Weisen nach, in denen Ordnungen der Moral und der Politik, der Zeit und der Wahrnehmung, der Kunst und der Sprache sich unter dem Zeichen der Moderne in bezug auf das Gesetz neu konfigurieren. Der Sammelband widmet sich Benjamins Analysen dieser Konfigurationen-
Series:  Fink 50 Jubiläum
Einige der international renommiertesten Denker der letzten Jahrzehnte beschäftigen sich in diesem Band der Fink-Jubiläumsreihe mit grundsätzlichen Fragen der Philosophie. Unter ihnen Karl Heinz Bohrer, Norbert Bolz, Friedrich Kittler, Peter Sloterdijk, Raimar Zons, Jacob Taubes, Jean-Luc Nancy und Werner Hamacher. Was ist die Aufgabe des Intellektuellen? Was die Aufgabe der Universität? Oder noch allgemeiner: »Was heißt denken?«
Es wird aber auch kontrovers die Verschränkung von Institution und Diskurs diskutiert. Die Politisch Korrekten haben den Politikern erfolgreich eingeredet, Universitäten seien pluralistische Institutionen, die nach Proporz und Quote besetzt werden müssten, während für Wilhelm von Humboldt die Universität der Schauplatz war, auf dem der Mensch Einsicht in die reine Wissenschaft findet. Diese ist aufgebaut auf der philosophischen Formel von Einsamkeit und Freiheit.
Naturrecht - Institution - Sprechakt
Ist das Versprechen ein Vertrag, ein Satz, eine Verpflichtung oder eine Handlung? Seit zweitausend Jahren analysieren Priester, Juristen, Philosophen, Sprachwissenschaftler die Verbindlichkeiten, die das Versprechen stiftet, seinen Ursprung und seine Form, sein Gelingen und Misslingen, seine Macht und seine Ohnmacht. Grosse Namen des Naturrechts haben sich der Analyse des Versprechens gewidmet: Cicero, Grotius, Hobbes, Pufendorf, Thomasius. Im 19. Jahrhundert bricht diese Tradition plötzlich ab und verzeichnet nur noch Nietzsches Genealogie zum Versprechenstier Mensch. Doch im 20. Jahrhundert nehmen Sprach- und Diskurstheoretiker die alte Frage der Juristen wieder auf: Wie lässt sich die Kraft einer Äusserung erfassen, die sich Versprechen nennt? Zu ihnen zählen Austin, Searle, Habermas, Apel, Derrida. Während im Naturrecht das Versprechen Rechtsverbindlichkeit ohne Hilfe von Anwälten herbeiführen sollte, wollen Kommunikationstheoretiker heute durch die Versprechensanalyse die Sprache als ein vorinstitutionelles, vernünftiges Korrektiv im demokratischen Rechtswesen erweisen. Über dieser gebrochenen und unterbrochenen Geschichte theoretischer Sprachreflexion wölbt sich als unabgelöster Rest der christlichen Metaphysik das Versprechen der Erlösung. Dagegen steuert die Literatur viele Einzelgeschichten von Fällen gebrochener Versprechen bei: Für sie alle brennt Don Juan in der Hölle. Wie lässt sich in dieser Geschichte der Bemühungen um die elementaren Sprachformen des Rechts und um die Rechtsformen der Sprache eine „Ordnung des Versprechens“ finden? An dem interdisziplinären Versuch einer Antwort beteiligen sich Juristen, Literaturwissenschaftler, Philosophen, Linguisten und Soziologen