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Author: Yvonne Pörzgen

Abstract

In den Jahren um 1900 kulminierte die Begeisterung für Rauschmittel, die sich seit der Romantik entwickelt hatte. Die Motivation zum Drogenkonsum besonders in Kreisen der Bohème variierte von der Suche nach dem Göttlichen über psychologische Experimente bis hin zu Eskapismus. Während die dunkle Romantik Opiate wie Opium und Laudanum bevorzugte, kam um 1900 eine internationale Euphorie für Kokain hinzu. Weitere synthetisierte Substanzen folgten im Laufe des 20. Jahrhunderts.

Der Beitrag zeichnet die internationale Entwicklung des literarischen Umgangs mit Rausch- und Betäubungsmitteln nach. Im Mittelpunkt stehen drei Texte, die sich mit der Wirkung des Kokains befassen: Walter Rheiners Novelle Kokain (1918), Pitigrillis Roman Cocaina (1922) und M. Ageevs Roman s kokainom (Roman mit Kokain, 1934). Die Analyse stellt einen Zusammenhang zwischen der rauschhaften Euphorie der Avantgarden und der Thematisierung der Drogenwirkung her. Zudem wird die These vertreten, dass jede (literarische) Epoche sowohl ihre Themen und Verfahren als auch ihre Drogen hat. Das Kokain als eine der Hauptdrogen der Avantgarden zeigt Wirkungen, die in den drei untersuchten Texten vom Inhalt her den Beschreibungen Sigmund Freuds über seinen eigenen Kokainkonsum ähneln. Innerhalb der Texte dienen sie der Charakterisierung der Hauptfiguren als gesellschaftliche Außenseiter und Versager.

In: Europäische Avantgarden um 1900
In: Europäische Avantgarden um 1900
Der Band rekonstruiert anhand von Fallstudien das wirkungsgeschichtlich hochkomplexe Gefüge von Kontakten, Transfer- und Transformationsprozessen zwischen den europäischen Avantgarden in Literatur und bildender Kunst.
Die gesamteuropäische Dimension der Avantgarde-Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts lässt sich aus dem engen Blickwinkel der Nationalphilologien nicht adäquat nachvollziehen und verlangt nach einer internationalen Untersuchungsperspektive. Der Band legt den Fokus auf die Austauschbeziehungen zwischen französischer, deutscher, russischer, italienischer und ukrainischer Avantgarde und versteht sich als ein Beitrag zur Erforschung der Internationalität der avantgardistischen Strömungen in Literatur und bildender Kunst.
In Westeuropa begann die Reformation mit innertheologischen Disputen und entwickelte sich dann rasch zu einer die Gesellschaften insgesamt verändernden revolutionären Kraft, die enorme Auswirkungen auf das religiöse Leben, die politische Landkarte, Kultur und Wissenschaft zeitigte.
Auf den russischen Kulturraum wirkte die Reformation sowohl als religiöse wie auch als intellektuelle Macht ein, insbesondere aber durch ihre Anmutung kultureller und gesellschaftlicher Modernität, wie sie etwa Zar Peter I. durch seine „Kulturrevolution von oben“ seinem Lande aufprägen wollte. Vor allem seit petrinischer Zeit lassen sich Wirkungen der Reformation in Form von russischen Anverwandlungen feststellen, die – so das Konzept des Bandes – umso sprechender werden, wenn sie Wirkungsformen im westeuropäischen Kulturraum vergleichend gegenübergestellt werden.