Series:  Merz Akademie
Author: Ralf Kitzberger
Persönlichkeitsrechte, vor allem in der besonderen Ausprägung des Namensrechts oder des Rechts am eigenen Bild, finden regelmäßig Verwendung in Werken der Kunst und Kultur, aber auch im Bereich der Werbung. Sie sind dabei wesentliches Gestaltungselement der einzelnen Darstellungen und daher für die Werkschaffenden von grundlegender Bedeutung. Andererseits ist es so, dass Künstler oder andere bekannte Persönlichkeiten aus dem Bereich der Kultur, Kunst und des öffentlichen Lebens ein elementares Interesse daran haben, dass ihre Persönlichkeitsrechte auch im Bereich der Kultur, Kunst und Werbung berücksichtigt werden. Aus dem Blickwinkel aller Beteiligten, also sowohl der Werkschaffenden als auch der Protagonisten, deren Persönlichkeitsrechte betroffen sein könnten, stellt sich daher die Frage, in welchem Umfang Persönlichkeitsrechte, wie zum Beispiel das Namensrecht oder das Recht am eigenen Bild im Bereich der Kunst, Kultur und Werbung, verwendet werden dürfen und mit welchen Konsequenzen bei einer nichtgerechtfertigten Nutzung zu rechnen ist.
Prolegomena zum Wissen der Wissensgesellschaft
Series:  Merz Akademie
Die beliebte Diagnose der »Wissensgesellschaft« verdeckt, dass keineswegs geklärt scheint, von welchem Wissen hier die Rede ist. Vor der zeitdiagnostischen Analyse muss daher in epistemologischer Hinsicht eine kritische, transdisziplinär angelegte Begriffsarbeit stehen.
Bleibt dies aus, prägen weiter zahllebige Mythen unser Wissen vom Wissen; der graue Schwan steht dann bildhaft für jenen eigenartigen Zwang, diesbezüglich Zentrales leichthin zu ignorieren: Weder besteht Wissen aus einem geheimnisvollen physikalischen Stoff Information, der beliebig zwischen unterschiedlich strukturierten Systemen hin- und her übertragen oder von diesen umstandslos gespeichert werden könnte, noch ist es sinnvoll als Gut, Rohstoff oder gar Ware zu begreifen. Wissen generiert den Erscheinungen der Welt kognitiv und kommunikativ ihre (stabile) Bedeutung.
Editors: Markus Merz and Yvy Heußler
Die Reihe ist abgeschlossen.
Dramaturgie und Ästhetik einer Fernsehserie. 2. Auflage
Series:  Merz Akademie
Mit BREAKING BAD ist dem Creator und Showrunner Vince Gilligan eine bahnbrechende Innovation gelungen: mit der haarsträubenden Story von einem unscheinbaren Chemielehrer, der von der Not getrieben zum Drogenkoch und zur lebenden Gangsterlegende mutiert, werden die Möglichkeiten der Langform-Erzählung zur Schilderung einer extremen Entwicklung einer Figur maximal genutzt.
Das Buch befasst sich in unterschiedlichen Essays mit den dramaturgischen und erzählerischen Eigenschaften der Fernsehserie, die neue Maßstäbe auf dem Gebiet des Scriptwriting aufstellt. Implizite Dramaturgie, popkulturelle Referenzialität, extreme Figurenentwicklung und metaphorisches Erzählen – Stichworte und Themen, die in diesen Analysen eine zentrale Rolle spielen. Der Bericht von einem Besuch am Set von BREAKING BAD in Albuquerque gibt Einblicke in Arbeitsweisen und Haltungen des Creators und seines Teams.
Zum Begriff des Lebens bei Foucault und Canguilhem
Series:  Merz Akademie
Author: Maria Muhle
Eine Genealogie der Biopolitik muss über die Untersuchung der Macht- und Wissenstechniken geschrieben werden, die dasjenige Leben durchdringen, das laut Michel Foucault zum Gegenstand biopolitischer Macht wird. Das Leben ist dabei jedoch keine gegebene Entität, biologische Essenz oder vitalistisches Prinzip, sondern ein Korrelat von Macht- und Wissenstechniken, die »das Leben« zuallererst hervorbringen. Folglich muss ein angemessenes Verständnis dieses Lebens die wissenschaftshistorische Konstellation um 1800 berücksichtigen, die in Georges Canguilhems Studien zum Lebensbegriff reflektiert und darin für Foucaults Machtanalyse anschlussfähig wird: So wird eine Einsicht in die spezifische Funktionsweise biopolitischer Machttechniken gewonnen, die sich nicht ausschließlich durch ihren Bezug auf das Leben bestimmen lassen, sondern vielmehr durch das Verständnis dieses Bezugs als ein mimetischer.
An den Rändern von Film, Netz und Archiv / At the Borders of Film, Internet and Archives
Series:  Merz Akademie
Mit ihrer weitgehend abgeschlossenen Digitalisierung sind die Medien Film und Video fast gänzlich im Medium „Computer“ aufgegangen.
Und auch unser Rezeptionsverhalten hat sich nachhaltig geändert: Wurden filmische Werke bislang hauptsächlich in Kino und Fernsehen gesehen, gewinnen jetzt die DVD und das Internet zunehmend an Bedeutung – Aspekte einer umfassenden Remediatisierung im Bereich der Audiovisionen. Filme und Videos werden tendenziell als simulierte Anwendungen auf dem Computer rezipiert. Aber die Ränder sind nach vielen Seiten offen: mit den Machinimas werden in Game-Umgebungen Filme gedreht, merkwürdige Mischformen aus Computerspiel, Film und Theater. Es wird über Zugänge zu Archiven nachgedacht, die sich filmischer Grammatiken bedienen. „Öffentlichkeit“ ist ein Faktor, über den ganz anders nachgedacht werden muss als bisher.

With digitization largely completed, the media of film and video have now been almost entirely absorbed by the medium of “computer.”
And our reception behavior has also been permanently altered. Previously, film works were mainly seen in the cinema and on television, while now the DVD and the internet are becoming more important–aspects of a comprehensive remediation in the area of the audiovisual. Films and videos tend to be received as simulated applications on the computer. But the borders are open in many directions: with machinimas, films are shot in game environments, odd hybrids of computer game, film, and theater. Some are contemplating how archives can be accessed by making use of film grammars. And the idea of the “public” is a factor that has to be considered quite differently than ever before.
Series:  Merz Akademie
Marshall McLuhan hat bereits in den 1960er Jahren die Erforschung des Zusammenhangs von Medium und Umwelt als gleichermaßen ästhetischen und politischen Auftrag an die zukünftigen Medienwissenschaften formuliert. Der Band knüpft an diesen Auftrag an und entfaltet das Problem des medialen Regierens in seinen räumlichen, machtökonomischen und logistischen sowie ästhetischen Dimensionen.
Regieren besteht in der Disposition über Dinge, deren Anordnung zu einem Milieu geeignet ist, das Verhalten der Menschen auf vielfältige Weise hervorzubringen, zu beeinflussen und zu modulieren. Der Band führt Beiträge zusammen, die erstens der Frage nach der Restrukturierung von Räumen und der Konstitution neuer Umwelten und Habitate durch die Einführung bestimmter Objekte, Apparate und Techniken nachgehen; zweitens die umweltexplorierenden Dimensionen bestimmter, insbesondere dokumentarischer Medien bzw. medialer Strategien mit ihren registrierenden und enthüllenden Funktionen thematisieren und drittens die Produktion von anti-funktionalen Umwelten als Display oder Dispositiv in den Blick nehmen.
Quality TV in den USA und Europa / Quality TV in the USA and Europe
Series:  Merz Akademie
Serien wie Mad Men, Treme oder Breaking Bad: Wie werden sie erzählt? Wie werden sie geschrieben? Wie wird das in den Writers’ Rooms Geschriebene beim Dreh umgesetzt?
Welches Geschäftsmodell ermöglicht in den USA die Finanzierung qualitativ hochwertiger Serien? Welche Rolle spielt das Internet bei ihrer Produktion und Rezeption? Wie steht es um die Produktionsbedingungen und -perspektiven für Qualitätsfernsehen in Europa, was zeichnet skandinavische Autorenserien aus? Autoren, Autorinnen und Produzenten von US-Serien sowie internationale Film- und Kulturwissenschaftler/innen geben in Erfahrungsberichten, dramaturgischen Analysen und kulturwissenschaftlichen Essays Antworten auf diese Fragen.
Kunstformen der Theorie
Series:  Merz Akademie
Der Band widmet sich devianten Formen der Wissensproduktion und versammelt Positionen künstlerischer Forschung. Er zielt auf eine Epistemologie der Kunst und fragt nach den ästhetischen Bedingungen des Wissens.
Künstlerische Forschung meint nicht Umsetzung oder Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnis. Es handelt sich um ein eigenständiges, durch ästhetische Strategien und künstlerische Darstellungsformen hervorgebrachtes Wissen, das anders als die Wissenschaften verfährt, sich anders vermittelt, andere Evidenzen produziert. Die Beiträger sondieren Verfahren und Medien künstlerischer Forschung, befragen das Verhältnis von anschaulicher und begrifflicher Erkenntnis und legen Bezüge zum unbewussten Wissen frei. Zudem werden die ästhetischen Voraussetzungen von Theoriebildung reflektiert, mithin die Überschneidungen von Kunst und Philosophie berührt.
Series:  Merz Akademie
Gemeinhin verbindet man mit dem Begriff der Kultur den gesamten Bereich menschlicher Handlungen und Hervorbringungen. Das Vermeiden der Tat, das Zögern oder Zweifeln, aber auch Faulheit, zielloses Abschweifen, Schlaf und Langeweile, kurzum: die vielfältigen Zustände und Formen von Passivität erscheinen kaum von kulturellem Wert. Diese unbefragte Bevorzugung von Aktivität, des Handelns und Herstellens, wird heute zunehmend bezweifelt und durch Konzepte des Unvermögens, des Unvermögens, der Unterlassung oder Willensschwäche und der Idee einer Archi-Passivität ersetzt, in denen Passivität in den Rang einer Ermöglichung von Praxis erhoben und die ihr eigene Potenzialität freigelegt wird. Der Band versammelt neben Aufsätzen zur Begriffsgeschichte vor allem Untersuchungen, die Passivität als Bedingung von Aktivität reflektiert und als konstitutives Moment von künstlerischer Produktion oder politischer Praxis bedenken.