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Romantische Metaphorologie des Mediums
AutorIn: Stefan Börnchen
Das „Medium“, so Novalis, ist die „Vereinigung“ von „Körper“ und „Seele“ – also eine Metapher. Mit dieser Metapher verlagert sich das Körper-Geist-Problem, das die Anthropologie der 1770er Jahre immer noch nicht gelöst hat, von der Philosophie in die Literatur. So zeigt es sich bei Schiller, der seine zwei medizinischen Dissertationen über das commercium mentis et corporis für den Schauerroman Der Geisterseher wiederverwendet. Topologisch geht das Problem auf die antike Dichotomie von hýle¯ und eîdos, Stoff und Form, zurück. Schon Aristoteles hat über ihre Aufhebung im periéchon als dem „Allumfassenden“ spekuliert. In der Romantik tritt es als „Weltseele“ und „Medium“ auf. Medien-Szenen bietet die Romantik in vielen Spielarten: E.T.A. Hoffmann klettert im schlesischen Riesengebirge über eine Himmelsleiter halsbrecherisch in die funkelnde Gischt des Zackenfalls hinab. Schiller lässt aquarellierend seinen Freund Körner buchstäblich aus dem eigenen Körper herauslaufen. Heute sind die Romantiker auf Baumwipfelpfaden über allen Wipfeln und Gipfeln unterwegs.
Narrative Ordnungen bei Robert Walser, Franz Kafka und Theodor Fontane
AutorIn: Lukas Gloor
Robert Walser, Franz Kafka und Theodor Fontane verfolgen in ihrer Auseinandersetzung mit dem Ordnungsproblem der Moderne ein genuin prekäres Erzählen.
Versucht Fontanes Der Stechlin kurz vor der Jahrhundertwende die subtile Ambivalenz im Roman mittels Erzählen in ihre Schranken zu weisen, so befreit Walser das Erzählen regelrecht: In digressiven und performativen Verfahren, der Überblendung von widersprüchlichen Ordnungsmustern potenziert sich das Ordnungsproblem. Kafka schließlich führt in der späten fragmentarischen Erzählung Der Bau vor, wie jegliche Differenzierung in sich zusammenfällt und das Erzählen in einer paradoxen Wendung seine eigene Unmöglichkeit darstellt. Die vorliegende Studie untersucht diese drei prototypischen Formen eines prekären Erzählens mit aktuellen narratologischen Konzepten.
Moraldiskurse in der Literatur der Gruppe 47
AutorIn: Nicole Weber
›Skandale‹ um geheim gehaltene Verstrickungen in den Nationalsozialismus haben u. a. mit Grass, Andersch oder Walser zentrale Mitglieder der Gruppe 47 betroffen. Die Studie fragt erstmals systematisch nach der Bedeutung dieser Einflüsse für die literarischen Texte der Gruppe. Ausgehend vom gegenwärtigen Bild der Gruppe 47, von Theorien narrativer Ethik und der Geschichtsforschung zur ›NS-Moral‹ untersucht die Studie diskursive Verknüpfungen von Moral und Zugehörigkeit in den wichtigsten Texten der Gruppe 47. Qualitative und quantitative Analysen zeigen die Vorherrschaft eines partikularen Moralverständnisses sowie in mehreren Texten einen Zusammenhang dieser Moralvorstellungen mit literarischem Antisemitismus. Daneben finden sich – u. a. in Bezugnahmen auf Bubers dialogisches Prinzip, das gerade die Hinwendung zum ›radikal Anderen‹ als ethisches Handeln konzipiert – auch alternative Ethiken; allerdings oft in Texten marginalisierter oder als untypisch geltender Mitglieder wie Bachmann und Celan.
in Kinder des Krieges, Gewissen der Nation
in Kinder des Krieges, Gewissen der Nation
in Kinder des Krieges, Gewissen der Nation
Der Beitrag von Autorinnen und Autoren osteuropäischer Herkunft zur literarischen Kultur im deutschsprachigen Raum
HerausgeberInnen: Matthias Aumüller und Weertje Willms
In den Beiträgen des Bandes wird das große Spektrum der aktuellen Migrationsliteratur von Autorinnen und Autoren aus Osteuropa im deutschsprachigen Raum veranschaulicht und theoretisch diskutiert.
Migration spielt für die Gegenwartsliteratur eine bedeutende Rolle. Sie ist dabei zum einen ein Sujet, das wichtige Veränderungen der Gesellschaft inhaltlich reflektiert, zum anderen manifestiert sie sich auch in sprachlich-formalen Besonderheiten. Denn dadurch, dass die Autorinnen und Autoren dieser Literatur in der Regel selbst Migrationserfahrungen haben, bringen sie neben dem Blick von außen auch nicht selten einen zweiten Sprachhintergrund mit. Dieser wirkt, ebenso wie die inhaltlichen Aspekte, in die literarischen Texte hinein. Die Beiträge des Bandes reflektieren theoretische Fragen sowie einzelne Werke, unter anderem von Maxim Biller, Olga Martynova, Terézia Mora, Matthias Nawrat, Katja Petrowskaja, Julya Rabinowich und Anna Zonová.
in Migration und Gegenwartsliteratur
in Migration und Gegenwartsliteratur
in Migration und Gegenwartsliteratur