Kapitel 2 Deutsche Wege nach Timbuktu

In: Aus der Welt gefallen
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Abb. 6
Abb. 6

„Noch immer hier ...“, Heinrich Barth an seine Familie, Timbuktu, den 8. Dezember 1853

(über Hamburg erh. 7.Sept. 1854)

Timbukto, den 8ten Dec. 1853

Noch immer hier, in dieser Stadt ohne Herrn und mit vielen Herrn, klein nur an Umfang und doch groß an Bedeutung, noch immer hause ich hier ein Spielball der Wellen hin und hergeworfen, ohne Ruh und Rast, jeder Tag bringt Neues, bald Frohes öfter Betrübendes, Tod, Gefangenschaft, frohe Rückkehr in die Heimat, dies sind die Aussichten, die mir wechselnd vor Augen schweben. Vor einigen Tagen überfallen, und bald gefangen gemacht – heute im Schutz eines der mächtigsten Tuareghäuptlinge und mit Aussicht der baldigen Ankunft ihres Oberhauptes, das mich nun hier geleiten soll, während unsere Feinde eingeschüchtert sind und nicht wissen was sie thun sollen; gestern Abend endlich erfreut halb verstimmt durch ein mit einer Teaterkafla angekommenes Briefpaket aus Ghadames – ohne Brief aus Europa, und es sind nun 18 Monate, daß ich Zeilen von dort gesehen habe. Da sehe ich dann zu meinem großen Erstaunen, daß, wovon ich nicht das Geringste geahnt, eine ganz neue Expedition ausgerüstet worden, um mir Vereinzeltem zu Hilfe zu kommen; nur ist mir unbegreiflich, daß man bei der Ausrüstung nicht gewußt, daß sie mich nicht mehr in Borno finden würden. Sie haben gewiß auch einige Kleinigkeiten für mich bei sich; möge Gott der Allmächtige mich bald glücklich nach Borno zurückbringen, wo ich einige Tage mich in ihrer Gesellschaft erheitern mag, ehe ich die weitere Rückreise antrete. Aber noch weiß ich nicht, wann mir der glückliche Tag des Aufbruches aus dieser unruhigen Stadt anbrechen wird, und kaum kann ich hoffen das Neujahr draußen auf dem Marsche zu feiern, so ungewiß ist hier Alles. Weiß Gott, was das neue Jahr mir bringt, die Hoffnung, daß der Allmächtige mich in meinem edlen Unternehmen nicht verlassen wird, hält mich aufrecht. [...]54

Was diesen Brief, den der deutsche Afrikareisende Heinrich Barth im Dezember 1853 an seine Familie schreibt, zu einem Dokument in der Geschichte der sich als wissenschaftliche Disziplin etablierenden Geographie, zu einem Dokument auch der Geschichte um Eduard Vogel und Moritz v. Beurmann werden lässt, sind zunächst einmal Ort und Zeitpunkt des Schreibens: „Timbukto, den 8ten Dec. 1853“.

Seit der Antike ist Timbuktu eines der Rätsel Afrikas, kursieren Legenden über eine Stadt am Rande der Welt, dort, wo sich die Wirklichkeit aufzulösen beginnt. Im 19. Jahrhundert hat die Welt keine Ränder mehr, an denen eine Wirklichkeit endet und eine andere – das Reich des Todes, das Reich der Mythen – beginnt, sie ist zu einer Kugel geworden mit einer homogenen und durch das Netz der Längen- und Breitengrade vermessenen Oberfläche, auf der überall die gleichen physikalischen und biologischen Gesetze gelten. Timbuktu jedoch blieb ungreifbar: Ein bedeutendes, ja das bedeutendste Handelszentrum eines ganzen Kontinents sollte es sein, aber kein europäischer oder den Europäern bekannter Kaufmann hatte je Waren dorthin geschickt oder von dort bezogen, weitreichende politische Macht sollte es ausüben, aber kein europäischer Diplomat hatte dort je verhandelt, ein Zentrum der Kultur und der Wissenschaft sollte es bilden, aber kein europäischer Gelehrter hatte je eines seiner Bücher gelesen, sein religiöser Einfluss schließlich sollte mit dem Roms vergleichbar sein. In all dem schien es eine Art Paralleluniversum zu bilden, und damit keine geringe Provokation für das Selbstbewusstsein eines Europa darzustellen, das sich ökonomisch, politisch, wissenschaftlich und religiös zur Herrschaft über die Welt berufen fühlte. Eine ganze Reihe europäischer Reisender machten diesen Ort in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Ziel eines Wettlaufs, der ähnlich vehement ausgetragen wurde wie der um Nord- und Südpol.

Barth war nicht der erste Europäer in Timbuktu. Mindestens zwei andere sind ihm, zweieinhalb Jahrzehnte früher, vorangegangen: 1826 der Brite Alexander Gordon Laing, 1828 der Franzose René Caillié. Was Barth gegenüber diesen und möglichen anderen, anonym gebliebenen, Vorläufern auszeichnet, ist, dass er in und von Timbuktu aus geschrieben hat. Laing wurde auf dem Rückweg ermordet und ausgeplündert, alle seine Aufzeichnungen, wenn es welche gegeben haben sollte, sind dabei verlorengegangen. Und auch Caillié brachte nichts Schriftliches mit, als er nach einer langen, durch schwere Krankheiten unterbrochenen Wanderung zurück nach Frankreich gelangte, wo er den Verlauf seiner Reise aus dem Gedächtnis rekonstruieren musste. Kaum jemand glaubte ihm seine Geschichte. Erst mit Barth wird die Stadt zum Ausgangspunkt einer Korrespondenz. Timbuktu hat eine Adresse bekommen.

Noch am Tag seiner Ankunft, dem 7. September 1853, schreibt Barth mehrere Briefe an seine Auftraggeber und Finanziers, die den Ort in die Koordinaten der Georeferenzierbarkeit eintragen: „Timbukto situated 18° 4’ N.L.. 1° 45’ W.L. GR.“55 Und er zeichnet Kartenskizzen, sowohl von seinem Weg nach Timbuktu als auch von der Stadt selbst. Koordinaten wie Karten sind recht hastig berechnet und entworfen, da Barth seinen Triumph – „a most magnificent one“ – vor europäischem Publikum auskosten möchte und sich eine aufbruchbereite Karawane anbietet, die Briefe – „which [my] sickness has prevented me from making more interesting“ – rasch zu befördern. Sie sind provisorisch, da er sich in der Stadt nicht frei bewegen konnte, und da seine Positionsbestimmung nicht auf astronomischen Messungen beruhte, sondern auf dem Verfahren des dead reckoning, bei dem die Position aus Länge und Richtung des zurückgelegten Weges berechnet werden mußte – schon unter Idealbedingungen kein besonders sicheres Verfahren, erst recht nicht angesichts der „curious zickzack-navigation“, die Barth nach Timbuktu geführt hatte.56 Aber sie ermöglichen und fordern Korrekturen, Verbesserungen, Erweiterungen und fügen damit das Unbekannte in ein System ein, innerhalb dessen es nun mit zunehmender Genauigkeit berechenbar wird.

Der Brief, den Barth drei Monate später unter der nun etablierten Adresse an seine Familie schreibt, hat jedoch nichts Neues zu diesem wissenschaftlichen Projekt beizutragen. Die euphorische Stimmung des Ankunftstages ist verschwunden, die Atmosphäre ist nun eher melancholisch, geprägt von Stagnation und Resignation. Es finden sich einige Beobachtungen zum Wetter und zum Wasserstand des Niger, Spekulationen über die verworrenen politischen Verhältnisse, eine Liste mit Preisen wichtiger Nahrungsmittel, aber all das erscheint nicht als das Ergebnis systematischer Forschung, nicht einmal als Ergebnis planmäßiger und geordneter Beobachtung. Eher sind es zufällige Bemerkungen, aufgeschrieben, um überhaupt etwas zu schreiben, das von der düsteren Stimmung des Schreibenden ablenken kann. Alles wird überschattet von der immer wieder enttäuschten Hoffnung, die Stadt, die zu erreichen so viele Opfer gekostet hat, möglichst schnell wieder verlassen zu können.

Ein Grund dieser Unruhe ist sehr wahrscheinlich in der prekären Situation zu suchen, in der Barth sich sah. Die Camouflage als türkischer Gesandter, unter der er das islamische Timbuktu, „this fanatic place“,57 betreten hatte, ist brüchig, nicht zuletzt, da wider Erwarten eine ganze Reihe Kaufleute und Gelehrte in Timbuktu recht gut Türkisch sprechen – im Gegensatz zu Barth. Er sieht sich als Ketzer wie als Spion verdächtigt, scheint zum Spielball in den Machtkämpfen der „vielen Herrn“, undurchschauter konkurrierender religiöser und politischer Instanzen, zu werden. Aber die Unruhe ist auch einem Wissenschaftsideal geschuldet, dem sich Barth mit seinen ersten, Koordinaten und Karten in den Mittelpunkt rückenden Nachrichten verpflichtet hat. Der lange Aufenthalt, der trotz aller Einschränkungen recht gute Beobachtungsmöglichkeiten bot und damit ein fruchtbares Forschungsfeld für einen Ethnologen oder auch einen Ökonomen hätte öffnen können, bedeutet für den Geographen vor allem Stagnation. Die unsicheren Koordinaten sind nur zu überprüfen und zu verbessern, wenn sich ihnen weitere Referenzpunkte hinzufügen lassen, am besten ein vom Ausgangspunkt unterschiedener Zielpunkt an der bereits vermessenen Küste. Notwendig ist fortgesetzte Bewegung.

Die Stagnation, von der der Brief berichtet, bedroht also nicht nur den Reisenden, sondern auch sein Projekt, dessen „Endzweck“, Petermann zufolge, die Karte sein soll, die das, „was wir von unserer Erde wissen“, in Verhältnisse von Punkten auf einer Fläche übersetzt. Worauf es ankommt, ist nicht der eine Ort (in seinem So-Sein), sondern seine Relation zu anderen Orten, und die kann Barth nicht von einem Ort aus beobachten, und eben auch nur unvollkommen von einem Weg aus bestimmen. Er muss daher diesen Weg immer schon weiterdenken, im Hinblick auf andere Wege, die schließlich ein immer dichteres Netz von Fixpunkten ergeben. Barth bewegt sich nicht nur auf afrikanischem Territorium, er bewegt sich zugleich in einem Datenraum, dem Raum der Kartographie.

Auf diesen Datenraum verweist die zweite Adresse, die Barths Brief – in einer anderen Handschrift – trägt: „über Hamburg erh. 7. Sept. 1854“. Petermann verzeichnet hier den Eingang des Briefs in das Archiv des Justus Perthes Verlags, einen Tag bevor er dem Herzog von Sachsen-Coburg seinen Dienstantritt in Gotha melden wird. Er hat also mit dem Aufbau des Archivs bereits begonnen, bevor er auch zeremoniell in seinem neuen Amt angekommen ist. Trotz dieser Eile aber sind schon neun Monate vergangen, seitdem der Brief in Timbuktu geschrieben worden ist, der also einen nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich recht langen Weg hinter sich hat, bevor er im Gothaer Archiv zur Ruhe kommt – auszuwerten gibt es hier für die Mittheilungen nichts. Auf seinem Weg hat der Brief Umwege genommen, ist liegengeblieben, eventuell auch beschädigt worden. Anzusehen ist ihm das nicht, denn auf seiner letzten Etappe hat der Brief noch eine sehr weitgehende Modifikation erfahren: Er ist, von Barths Bruder, abgeschrieben worden, und nur diese Kopie ist an Petermann gelangt. Was sich im Archiv befindet, ist also kein ‚Original’. Für die Auswertung im Hinblick auf einen möglichen kartographischen Ertrag wäre das, die Sorgfalt des Abschreibers vorausgesetzt, nicht von Bedeutung. Die Daten, die in den Kartenraum eingehen, sind weder an einen bestimmten materiellen Träger gebunden noch an einen individuellen Übertragungsweg. Durch jene Stationen jedoch, an denen dem Brief irgendetwas geschehen ist, das seine Übertragung verzögert hat, insistiert beides, die physikalische Beschaffenheit des Briefes wie des Weges. Der Weg zwischen den zwei mit Koordinaten anschreibbaren Punkten Timbuktu und Gotha mag zwar nun, mit Petermanns Worten, auf der Karte „nach horizontaler Lage und Entfernung messbar“ sein, im physischen Raum entspricht er aber keineswegs einer homogenen, stetigen Linie. Es sind die Umwege, Stockungen und Stauungen, die darauf aufmerksam machen, dass der Weg in einem Datenraum ein anderer ist als der, den physische Objekte (Briefe wie Reisende) innerhalb eines physischen Raums zurückzulegen haben. Dass ein Brief ‚gereist’ ist, tritt, in einer Insistenz des physischen Raums, genau dann ins Bewusstsein, wenn er nicht reibungslos sein Ziel erreicht. Barths Brief zeugt damit von eben dem Phänomen, von dem er auch berichtet: von Unterbrechungen in der Bewegung von Menschen (Barth selbst, „noch immer hier“) wie in der Nachrichtenübermittlung („ohne Brief aus Europa, und es sind nun 18 Monate, daß ich Zeilen von dort gesehen habe“). Die Adresse, unter der Timbuktu firmiert, ist infrastrukturell noch keineswegs gesichert.

Damit ist auch Barth nicht (mehr) adressierbar. Während er noch fast ein halbes Jahr auf eine Möglichkeit wartet, Timbuktu wieder verlassen zu können, vermuten ihn seine europäischen Bekannten, die ihn innerhalb des Datenraums und dem für ihn konstitutiven Paradigma der Bewegung wahrnehmen, längst anderswo. Seine Adresse ist abhanden gekommen, paradoxerweise gerade, weil er sich nicht bewegt hat. Er ist verschollen.

Szenenwechsel: Während Heinrich Barth noch mehr als ein halbes Jahr darauf warten muss, Timbuktu zu verlassen, beginnt seine Geschichte zu reisen. August Petermann bringt sie mit nach Gotha, als er im Oktober 1853 ein Angebot des Verlegers Justus Perthes annimmt, für dessen Geographische Anstalt eine neue Zeitschrift aufzubauen, die auf innovative Weise Aktualität und Kartographie verbinden sollte.

Bereits in London, wo er sich als selbständiger Kartenzeichner und Autor von Reiseberichten etabliert hatte, war Petermann zum offiziellen Chronisten und Kartographen der vom britischen Foreign Office organisierten Expedition zur Erforschung Zentralafrikas geworden, der sich der aus Hamburg stammende Barth auf Vermittlung des preußischen Gesandten in London, Ritter Bunsen, angeschlossen hatte.

Eine erste Bestandsaufnahme dieser Expedition erscheint 1854 unter dem Titel An Account of the Progress of the Expedition to Central Africa Performed by Order of Her Majesty’s Foreign Office, Under Mess’rs. Richardson, Barth, Overweg & Vogel, In the years 1850, 1851, 1852, and 1853 in parallelen Ausgaben in London und Gotha. Neben einer chronikartigen Schilderung der verschiedenen von der Expedition vor allem im Umfeld des Tschad-Sees durchgeführten Unternehmungen sind hier zwei Karten im Maßstab 1:2.100.000 zu finden. Die erste umfasst die Regentschaft Tripoli und damit den von der Expedition eingeschlagenen Weg von der Mittelmeerküste nach Süden bis Murzuk. Die zweite schließt nicht direkt daran an, sondern beginnt weiter südlich, mit dem Tschad-See als nördlichem Abschluss, im Südwesten reicht sie bis zum Golf von Guinea, im Osten bis zur Grenze nach Darfur, das heißt, sie zeigt ein bisher weitgehend unkartographiertes Territorium. Eine dritte Karte findet sich auf dem Frontispiz des Buches. Diese Map of part of Africa, showing the Progress of the Expedition under Mess.rs Richardson, Barth, Overweg & Vogel in the years 1850-1853. From official and private sources compiled by August Petermann, F.R.G.S. fasst das Gebiet sowie die Reiserouten in kleinerem Maßstab (1:12.000.000) überblicksartig zusammen. Dabei enthält sie kaum weniger Details als die beiden größeren Karten, geht aber zugleich entscheidend über diese hinaus. Zum ersten Mal entwirft Petermann hier das Gebiet, das ihn das nächste Jahrzehnt beschäftigen wird, als zusammenhängendes, homogenes Territorium, als Totalität. Das Frontispiz hebt den Entwurfscharakter und den damit verbundenen Anspruch dieser Karte deutlich hervor, indem es sie in doppelter Weise rahmt: zum einen durch Porträts der vier Reisenden, die, in ovalen Kartuschen, in den Ecken des Blattes platziert sind, so dass die Karte gleichsam zwischen den Forschern aufgespannt ist, deren Reiserouten hier hypothetisch in die Fläche einer Karte übersetzt werden. Die südlichere der beiden großen Karten verdeutlicht in ihren leeren Flächen recht gut, dass es sich eigentlich eher um eine graphische Darstellung von Itinerarien handelt. Den Rest des Blattes füllen, ohne eigenen Rahmen, afrikanisch-orientalische Genrebilder. Oberhalb, links und rechts der Karte sind im Vordergrund jeweils typisierte Angehörige verschiedener Bevölkerungsgruppen (Araber, Tuareg, Fulbe) zu sehen, hinter denen sich der Blick in eine weite, offene Wüsten- und Gebirgslandschaft öffnet, im oberen Bild durch den Torbogen einer antiken – vermutlich römischen – Ruine sichtbar. Der untere Bildrand gehört Elephanten, Krokodilen, Giraffen und Flußpferden vor einem weiten See. Von den Spuren europäischer Geschichte führt die Reise also in die Tiefe afrikanischer Natur – auf eine sehr spezifische Weise ist damit auch der Bildrand ‚genordet’, aufgespannt zwischen den Polen Kultur und Natur. Die einzelnen ,Szenen‘ sind nicht voneinander getrennt, zumindest die unteren drei laufen ineinander über, allerdings, so wirkt es, hinter der zentralen Karte, die den größten Teil des Bildraums verdeckt, und den vier Porträts, die die Ecken einnehmen. Die Zweidimensionalität der Karte, so scheint es, legt sich über den dreidimensionalen Raum und löscht diesen aus. Allerdings nicht vollständig, denn an einzelnen Stellen schieben sich Äste und Laubwerk vor Karte und Porträts und verdecken nun ihrerseits einen Teil von deren Rand. Der Zeichner hat zwar darauf geachtet, dass dabei keine kartographischen Details verloren gehen, aber dennoch erscheint die Karte weniger ,erhaben‘ als die von ihr verdeckte Landschaft: Die klare Trennung zwischen dem Raum der Repräsentation und dem repräsentierten Raum gerät in Gefahr. Oder, anders gefasst, der Karte gelingt es nicht vollständig, den von Mythen, Stereotypen und abenteuerlichen Erzählungen besetzten Raum (das imaginäre Afrika oder das Imaginäre Afrikas) in jene physikalische „Erdoberfläche“ zu transformieren, die die Karte als Relation von (Mess-)Punkten abzubilden vermag (das Imaginäre der Geographie, so wie Petermann es konzipiert hat). Aber die Karte demonstriert bereits ihre Macht. Man kann darin nicht nur den Versuch erkennen, sich Afrika geographisch anzueignen, sondern auch eine ikonographisch-kartographische Tradition zu transformieren, die an den Rändern der Karten noch mythologische Figuren platzierte58: Nicht nur über das Abenteuer triumphiert die Karte, sondern auch über den Mythos. Aber sie tut das in einer Spielart des Imaginären, das nicht auf den Rahmen beschränkt bleibt, sondern der Karte selbst zugrundeliegt, wenn sie zum homogenen Feld zusammenfasst, was in der Realität noch lange nicht erfahren ist.

Abb. 7
Abb. 7

Frontispiz mit der „Map of part of Africa“, August Petermann, 1854

Abb. 8
Abb. 8

Die Rückkehr der Karte nach Afrika: Illustration von Édouard Riou zu Jules Vernes „Cinq semaines en ballon“, 1863

Davon hat sich offensichtlich auch der Illustrator von Vernes Cinq semaines en ballon, Édouard Riou, anregen lassen, der den von Fergusson mitgeführten Atlas in eine Karte übersetzt, mit der das Frontispiz von Petermanns Account auf afrikanischen Boden zurückkehrt. Dort allerdings legt sich diese Karte nicht mehr makellos über das Terrain; sie hat Falten bekommen, die sich nicht mehr völlig glätten lassen und so neue ‚weiße Flecken’ oder ‚schwarze Löcher’ auf der Kartenfläche selbst entstehen lassen, sie droht zu zerreißen, ist hinterrücks schon von einem Speer durchstoßen. Diese Karte ist nicht mehr das imaginäre Produkt überlegener Wissenschaft, sondern das materielle Produkt kartographischer Praxis. Als solches kann das Kartenblatt ins Territorium zurückkehren. Dort bekommt es jene Falten, Risse und Kniffe, die die Homogenität der Fläche aufheben, die Petermanns Entwurf erzeugt und im Frontispiz des Account über den heterogenen Raum des afrikanischen Realen und der afrikanistischen Phantasien ausbreitet. Tatsächlich scheint Rious Illustration, wie Vernes Roman insgesamt, sehr präzise die Eigentümlichkeiten von Petermanns Geographie aufzuspießen: beginnend mit dem spektakulären Auftritt, mit dem Doktor Fergusson in die geographische Welt eintritt, über die Inszenierung des Forschungsprozesses als eine Folge solch spektakulärer Auf- und Abtritte bis hin zur Reduktion abenteuerlicher Reisen – und schließlich auch des Verschollen-Gehens – auf Koordinaten, aus denen Karten hervorzugehen vermögen. Eben diesen Prinzipien folgt Petermann, als er nach seiner Übersiedelung nach Gotha im Sommer 1854 darangeht, gleichsam aus den Falten seines ersten Anlaufs im Account heraus die Geschichte Barths noch einmal zu erzählen. Nach dem Tod der beiden anderen Teilnehmer der ursprünglichen Expedition, James Richardson und Adolf Overweg, und bevor mit Eduard Vogel ein weiterer Deutscher in Diensten des Foreign Office in Afrika eintreffen wird, lässt Petermann Barth eine einsame Entscheidung treffen, die ihm, ebenso wie seinem Erzähler, einen spektakulären Auftritt in der Welt der Wissenschaft wie in der deutschen Öffentlichkeit verschafft:

Als die Nachricht von Dr. Barth’s Entschluss, nach Timbuktu zu reisen, in Europa bekannt wurde, wurden seine Freunde und die wissenschaftliche Welt mit grosser Besorgnis erfüllt über dieses so ungemein gefahrvolle Unternehmen.59

So beginnt, im Februar 1855, der erste Artikel im ersten Heft des ersten Jahrgangs der Mittheilungen, mit einem Entschluss, der kaum weniger spektakulär ausfällt als acht Jahre später in Jules Vernes Roman die Ankündigung des Dr. Fergusson. Wie Verne in seinem martyrologue erinnert auch Petermann zunächst an die vielen gescheiterten Versuche, „die berühmteste aller Städte Inner-Afrika’s“ zu erreichen, um dann am Beispiel der beiden im Gelingen dennoch Gescheiterten eine Konfiguration zu entwerfen, in die Barth mit seinem Entschluss eintritt. Auf der einen Seite stehen „Männer, die, wie Major Laing, abgehärtet und an afrikanisches Klima gewöhnt, von starkem Körperbau und grosser Thatkraft, mit allen zu einer grossen Reise nöthigen Mitteln ausgerüstet waren“, auf der anderen Seite Caillié, der zwar nach Europa, aber nicht in die Welt der Wissenschaft zurückgekehrt ist. Gezwungen, „in gänzlicher Verkappung zu reisen, unter dem Charakter eines armen Muselmannes, ohne Instrumente, ohne wissenschaftliche Ausrüstung“, war es ihm unmöglich, „was er wünschte, aufzuzeichnen“. „Elend, krank, ein zerlumpter Bettler“, kehrte er zwar mit einer abenteuerlichen Geschichte, aber ohne verwertbares Datenmaterial zurück. Ist es also ein „tollkühnes und unbesonnenes Unternehmen“, in das Barth sich stürzt und dessen Zeugen die Leserinnen und Leser werden, fragt Petermann rhetorisch, um ihnen dann die außergewöhnlichen Fähigkeiten vor Augen zu führen, über die der „kühne Reisende“ verfügt. Zur vorzüglichen körperlichen und moralischen Verfassung ist bei ihm noch die „Kenntnis der Sprachen der zu durchreisenden Länder, das Talent und die Umsicht, mit den Eingebornen umzugehen“, hinzuzurechnen.

Das ändert allerdings nichts daran, dass das Unternehmen, aus der im Account vorgegebenen Perspektive, eher als Verzweiflungstat denn als souveräner Entschluss erscheint – und Barth als Getriebener. Eine 1852 von Petermann gezeichnete Karte der „Projected Routes“ verzeichnet zwar Timbuktu, die der Expedition angewiesenen potentiellen Routen verlaufen aber sehr viel weiter östlich und führen über Wadai oder zumindest unmittelbar daran vorbei zum Roten Meer oder zum Indischen Ozean. Nach dem Tod von Richardson und Overweg sah Barth keine Möglichkeit mehr, dieses Ziel zu erreichen, sah sich aber weiterhin mit großen Erwartungen konfrontiert: „Durch Depeschen von der Englischen Regierung und durch Privat-Mittheilungen aus Europa“ angestachelt, „wurde sein Enthusiasmus gesteigert, seine Thatkraft verdoppelt, und er brannte vor Eifer.“60

Timbuktu diente also vor allem dazu, den gespannten Erwartungen der englischen Geldgeber und des europäischen Publikums ein spektakuläres Ziel zu setzen – das am Ende von Petermanns erstem Artikel in einem doppelten Triumph erreicht sein wird: Während Barth „feierlichst und mit einem grossartigen Gefolge der Einwohner in diese altberühmte Stadt“ einzieht, kann Petermann nach Auswertung und Abgleich der geographischen Informationen zwar die genaue Lage Timbuktus noch nicht abschließend klären, aber doch einen weiteren weißen Fleck zumindest vorläufig tilgen: „Die vorliegende so entworfene Karte füllt eine bisher völlige terra incognita aus.“61 Dieses scheinbar glückliche Ende kann jedoch die Ambivalenz des tollkühnen Unternehmens nicht völlig aufheben. Denn Petermanns Narration hat, noch bevor sie ihren Helden den größten Triumph seiner Forscherlaufbahn erleben lässt, eine neue terra incognita geöffnet, in der die Spuren Barths, in eigentümlicher Verschränkung seines Lebens wie seiner wissenschaftlichen Leistungen, sich verlieren in einem Geflecht von Gerüchten: „Und wenn die inzwischen erfolgte traurige Nachricht seines Todes sich bestätigen sollte, so wäre leider kaum zu hoffen, dass seine auf diese höchst interessante Reise bezüglichen Tagebücher und Papiere zu retten sind.“62

Abb. 9
Abb. 9

Karte der projected routes, August Petermann, 1852

Mit diesem – eigentümlich beiläufigen, beinahe versteckten – Hinweis, der Barth in ein Zwischenreich aus Leben und Tod, aus gesichertem Wissen und Gerüchten verbannt, hat Petermann gegen Ende seines ersten Artikels für die Mittheilungen einen veritablen cliffhanger konstruiert.

Damit knüpft er an die Geschichte eines anderen berühmten Forschungsreisenden an, dessen Schicksal ebenfalls mit Petermanns Karriere eng verbunden ist: Der Polarforscher John Franklin war 1845 mit zwei hervorragend ausgerüsteten Schiffen der Royal Navy aufgebrochen, um die Nordwestpassage zu suchen, und verschwand dann im Polarmeer. Es dauerte Jahre, bis erste Spuren auftauchten, und erst ein Jahrzehnt nach ihrem Aufbruch konnte das tragische Schicksal von Franklins Expedition als halbwegs aufgeklärt gelten. Während dieser Zeit jedoch – und darüber hinaus – beschäftigte Franklin die englische und auch die internationale Öffentlichkeit auf eine bis dahin kaum gekannte Weise: Er wurde nicht nur zum wahrscheinlich berühmtesten Verschollenen der Geschichte der Entdeckungsreisen, sondern auch zu einem Katalysator der sich entwickelnden Massenmedien.63 Petermann hatte sich an der Suche nach Franklin beteiligt mit seinem kartographischen Entwurf eines eisfreien Polarmeers, auf dem man den Verschollenen zu suchen hätte – und möglicherweise noch bei bester Gesundheit anzutreffen vermöchte.64

Verschollen ist, dem Grimmschen Wörterbuch zufolge, ein Mensch, „der der kunde der menschen entzogen ist, indem man seit langem nichts von ihm gehört hat und daher sein fortleben und sein aufenthaltsort unbekannt sind“, und noch das gegenwärtige Verschollenheitsgesetz versetzt den Verschollenen in eine Grauzone zwischen Leben und Tod:

§ 1 (1) Verschollen ist, wessen Aufenthalt während längerer Zeit unbekannt ist, ohne daß Nachrichten darüber vorliegen, ob er in dieser Zeit noch gelebt hat oder gestorben ist, sofern nach den Umständen hierdurch ernstliche Zweifel an seinem Fortleben begründet werden. (2) Verschollen ist nicht, wessen Tod nach den Umständen nicht zweifelhaft ist.65

Ernstliche Zweifel am Fortleben, aber keine Zweifellosigkeit des Todes: Das ist der schmale Bereich, den das Gesetz dem Verschollenen lässt; die folgenden Paragraphen versuchen, diesen Bereich zeitlich einzuhegen, indem sie für verschiedene Szenarien wie Kriege, Schiffsuntergänge oder Flugzeugabstürze Fristen definieren, nach denen die Wahrscheinlichkeit groß genug ist, um eine Person für tot zu erklären.

Für den Herausgeber der Berliner Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde, Thaddäus Gumprecht, hat Barth zum Beginn des Jahres 1855 diese Grenze überschritten. Im Dezember 1854 waren zwei bereits im Juli abgesandte Briefe bekannt geworden, in denen Eduard Vogel seinem Vater sowie dem britischen General-Consul in Tripolis berichtet, in Bornu seien Nachrichten eingetroffen, denen zufolge Barth auf der Rückreise von Timbuktu unter unbekannten Umständen gestorben sei. Vogel kündigt an, sich um zuverlässigere Informationen zu bemühen, Gumprecht aber genügt das Vorhandene, um einen ausführlichen Nachruf auf Barth zu publizieren.66 Darin entwirft er gleich eine ganze Reihe von möglichen Todesarten: Der Reisende habe sich übermäßigen Strapazen ausgesetzt, er sei dem Fieber erlegen, er sei von seinen eigenen Dienern aus Habgier ermordet worden, er habe schließlich seinen Reiseweg „sehr unpolitisch“ gewählt und sich „heidnischen Negern“ ausgeliefert, denen „die Weißen ihrer Waffen und geistigen Ueberlegenheit wegen gewöhnlich als Zauberer gelten“, obwohl er deren feindseliges „Mißtrauen [...] gegen jede ihnen ungewöhnliche Erscheinung“ nur zu gut hätte kennen müssen: „Dürfte man sich also wundern, daß sie Barth, sobald er in ihre Hände kam, aus dem Wege räumten?“67 Nichts davon ist durch die unsicheren Nachrichten gedeckt, aber Gumprecht tut das, was noch das Bundesverschollenheitsgesetz vorsieht: Er versucht, den Spielraum für ein mögliches Fortleben einzugrenzen. Dazu bezieht er sich einerseits auf das, was Barth in früheren Briefen etwa über seinen Gesundheitszustand selbst mitgeteilt hat. Vor allem aber setzt er an die Stelle der vagen Kenntnisse des Einzelfalls ein topisches Wissen über die Gefahren, denen europäische Reisende in Zentral-Afrika ausgesetzt sein sollen. Aufzulösen ist das Nicht-Wissen des Schicksals der Verschollenen in ein vermeintlich gesichertes Wissen – ein Stereotyp – über die Umstände und den Raum ihres Verschwindens. Das Verschollen-Sein definiert diesen Raum nachdrücklicher als der Tod: Sterben kann man auch in ‚erschlossenen‘ Ländern, dass ein Tod sich aber nicht in eine Nachricht verwandelt, die schließlich Angehörige und Behörden erreicht, ist nur möglich, wo die Netzwerke der Beobachtung lückenhafter werden. Verschwinden kann man nur dort, wo ,unsere‘ Welt endet.

Wenn Petermann demgegenüber in der Konjunktiv-Form des zitierten Gerüchts bleibt („wenn...“), dann erspart er sich nicht nur, einen voreiligen Nachruf zurücknehmen zu müssen. Er beweist vor allem einen besseren Instinkt für die Eigendynamik eines auf Aktualität ausgerichteten Periodikums. Während Gumprechts Nachruf die Geschichte Barths abschließt, um sie dann vom Ende her zu erzählen, öffnet das Gerücht die eigentlich bereits recht weit in der Vergangenheit liegende Geschichte – Barths Einzug in Timbuktu lag bei Erscheinen des ersten Hefts der Mittheilungen immerhin 18 Monate zurück – auf eine unbestimmte Zukunft hin – zumindest auf die Zukunft des nächsten Heftes. Der Verschollene wird geboren aus dem Periodikum, und er existiert im Intervall zwischen den Heften ebenso wie in den unkalkulierbaren Intervallen zwischen den Briefen der Reisenden. Hier öffnet sich ein Raum der Potentialität, der nicht geschlossen werden kann von einem gesicherten Ende aus, sei es ein narrativer Schluss oder der „Endzweck aller geographischen Forschungen“. Erschlossen wird dieser Raum der Potentialität von vagen Ängsten wie Hoffnungen, und seine Nachrichtenform ist das Gerücht. Während die von Gumprecht aufgerufenen Stereotype die Widerstände dingfest machen sollen, die wilde Länder und wilde Völker den Forschern entgegensetzen, verlagert das Gerücht den Widerstand in den Prozess der Datenverarbeitung selbst, die nun nicht mehr ohne weiteres auf den „Endzweck“ der Karte festgeschrieben werden kann. Indem der kartographische Triumph nicht mit dem Abschluss der Narration zusammenfällt, geht auch die auf immerhin zwölf zweispaltigen Seiten ausgebreitete Geschichte nicht in den Zahlen und dem Punkt auf einer Karte auf, zu dem die Zahlen einmal geworden sein werden. In der Grauzone zwischen Tod und Leben wird der verschollene Forscher selbst zu einer mythischen Figur – wie es Timbuktu nicht mehr ist. Mythisch sind Figur wie Stadt insofern, als nicht klar ist, wie sie innerhalb des Daten-Raums moderner Geographie repräsentiert werden können – während sie aber auch nicht einfach aus ihm ausgeschlossen werden können.

Für die Leserinnen und Leser von Petermanns Mittheilungen bleibt Barth für zwei Monate in diesem Zwischenreich, während zunächst weitere Forschungsfelder – die Hochgebirge, die Polarregionen, die Ozeane, aber auch die mitteleuropäische Länderkunde – entfaltet werden. Das April-Heft 1855 löst dann die gespannte Erwartung auf das Schicksal des Verschollenen auf: Die Gerüchte um seinen Tod haben sich nicht bestätigt, der Reisende ist bei guter Gesundheit und befindet sich bereits auf dem Rückweg. Das „böswillige [...] Gerücht über den angeblichen Tod des trefflichen Reisenden“ kann nun auf einen schurkischen Potentaten zurückgeführt werden, der so versucht habe, sich die „deponirten Effecten anzueignen“, die der vermeintlich Tote in seiner Obhut belassen hatte.68 Auch dieser Artikel endet allerdings wiederum, wenn auch etwas weniger spektakulär, in einer nicht völlig geklärten Situation – mit einem Brief, in dem Barth von den Schwierigkeiten berichtet, die seine Rückkehr nach Europa immer wieder hinauszögern. Noch also ist nicht klar, ob, wann und wie er das Innere Afrikas wird verlassen können. Die endgültige Rückkehr aus dem Reich der Toten verzögert sich.

Aber nicht nur das zukünftige, auch das vergangene Schicksal Barths ist über weite Strecken noch ungeklärt. Das folgende Heft springt um fast zwei Jahre zurück, um eine Lücke zu füllen, die den narrativen Zusammenhang der Hinreise nach Timbuktu unterbrochen hatte, da der Brief mit dem entsprechenden Bericht lange Zeit aufgehalten worden war.69 Die auffälligste Lücke bildet jedoch der Aufenthalt in Timbuktu selbst. Sei es durch tatsächliche Unterbrechungen im Briefverkehr, sei es aufgrund schriftstellerischer Planung: Diesen dramaturgischen Höhepunkt in aller Ausführlichkeit zu schildern, ist Barths eigenem umfangreichen Reisebericht vorbehalten, der 1857-58 in fünf Bänden ebenfalls bei Perthes erscheint [Kapitel 6]. Aber nicht nur in dieser Exklusivität unterscheiden sich die Darstellungen. Die Schilderungen in den Mittheilungen sind geprägt von chronologischen Sprüngen, Vor- und Rückgriffen, unterschiedlichen Textsorten und Materialien, Unterbrechungen und Lücken, und sie bilden darin weniger den Reiseverlauf ab als den unsicheren Briefverkehr und den stockenden Informationsfluß. Barth selbst dagegen verfasst, aus der Sicherheit des Heimgekehrten heraus, eine narrativ und stilistisch einheitliche, chronologische Reiseerzählung; er hat seine Materialien gegliedert, in die richtige Reihenfolge gebracht und in einheitlichem Stil erzählt, und das, was nicht passt, hat er in Anhänge ausgegliedert. Dieser Verschiebung entspricht eine weitere, die den Einzug in Timbuktu betrifft. Bei Petermann erscheint er als Schlüsselszene europäischer Entdeckerlegenden: Barth zieht „feierlichst und mit einem grossartigen Gefolge der Einwohner in diese altberühmte Stadt ein“. So scheint es auch eine Illustration aus Barths Reisebericht zu zeigen. Das ,grossartige Gefolge‘ kann indes gar nicht dem europäischen Entdecker-Heroen gelten, denn der reist verkleidet als türkischer Gesandter. Und die Karawane, die ihm folgt, besteht keineswegs aus seinen Begleitern, sondern, so wird es bei Barth nachzulesen sein, er hat sich umgekehrt einer Handelskarawane angeschlossen, die ihm Schutz gewährt. Und auf die Großzügigkeit und den Schutz seiner Gastgeber ist er auch während des ganzen Aufenthalts angewiesen, der von Unsicherheit, Bedrohung, der Notwendigkeit zur Lüge überschattet bleibt. Als triumphalen Einzug beschreibt Barth dagegen seine Rückkehr nach Tripolis, in den Bereich europäischer Souveränität, die das britische Generalkonsulat repräsentiert. Erst jetzt ist der Heimkehrer in der Position, aus der er berichten kann.

Gegenüber der souverän aus der Retrospektive komponierten Narration Barths präsentieren die Mittheilungen eine Geschichte, die noch nicht abgeschlossen, die mit dem Gerücht sogar wiederum in die Zukunft hin geöffnet ist. Dies ist nicht allein einer Spannungsdramaturgie geschuldet, sondern die Öffnung entwirft auch Forschung als einen prinzipiell unabgeschlossenen Prozess, den zu repräsentieren sowohl die geschlossene Erzählung als auch die Karte weit weniger geeignet sind als das Periodikum.

54

SPA ARCH PGM 039/01, Folio 125.

55

An Charles Beke, 7th Sept 1853, SPA ARCH PGM 039/01, Folio 79-80.

56

Alle Zitate ebd.

57

Ebd., Folio 79.

58

Die mit ihrem Bezug zum Mythos noch ihr Nicht-Wissen ausstellen konnte, ein wissenschaftlich wie rational noch nicht vollkommen gezähmtes Fremdes. Vgl. Stockhammer, Kartierung der Erde, S. 43f.

59

August Petermann, Die Expedition nach Central-Afrika. I. Dr. H. Barth’s Reise von Kuka nach Timbuktu, Mittheilungen 1855, S. 3-14; S. 3.

60

Mittheilungen 1855, S. 3.

61

Ebd., S. 14. Die beigefügten Skizzen nach den Angaben Barths (Mittheilungen 1855, Tafel 1 und 2) bilden die ersten Kartenbeilagen der Mittheilungen.

62

Mittheilungen 1855, S. 13.

63

Ein besonders eindringliches Beispiel dafür bieten Wilkie Collins und Charles Dickens mit dem gemeinsam verfassten Drama über die Franklin-Expedition, The Frozen Deep (1857), das später von Collins unter dem gleichen Titel zu einer Novelle umgearbeitet wurde.

64

Vgl. Philipp Felsch, Wie August Petermann den Nordpol erfand, München 2010.

65

Verschollenheitsgesetz in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 401-6, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch Artikel 182 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist. [https://www.gesetze-im-internet.de/verschg/BJNR011860939.html; 17.9.2018]

66

T[haddäus] E[duard] Gumprecht, Heinrich Barth’s Leben und Wirken, in: Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde, Bd. 4, 1855, S. 51-89.

67

Gumprecht, Heinrich Barth’s Leben, S. 85.

68

Mittheilungen 1855, S. 85. Dieser Hinweis entbehrt nicht eines gewissen Zynismus, denn auch die europäischen Rechte-Verwahrer folgen einem Begehren nach „Effekten“ des Reisenden, um sich die Verwertungsrechte der von ihm gelieferten Berichte anzueignen. Der Verschollenen-Status hält die Verfügbarkeit der Dokumente offen, die beim Tod des Autors mit dessen Erben neu verhandelt werden müßten. Besonders deutlich zeigt sich dies im Fall Beurmanns, dessen „Instruction“ durch mehrere Instanzen korrigiert und umgeschrieben wird, wobei sich die Möglichkeit des Verschollen-Gehens gewissermaßen einschreibt (SPA ARCH PGM 189, Folio 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12).

69

August Petermann, Die Reise nach Central-Afrika. II. Dr. H. Barth’s Rückreise von Timbuktu nach Kano, vom 8. Juli bis 17. Oktober 1854, in: Mittheilungen 1855, S. 85-89.

Aus der Welt gefallen

Die Geographie der Verschollenen

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