Gartenkunst im Spielfilm

Das Filmbild als Argument

Author: Nina Gerlach
Am Anfang war der Garten. Das älteste uns erhaltene Filmfragment wurde 1888 von Louis A. A. Le Prince in einem englischen Vorgarten aufgenommen. In der Folge integrierten die Gebrüder Lumière, Fred M. Wilcox, Jacques Tati, Stanley Kubrick, Alain Resnais, Peter Greenaway und Ang Lee Gartenkunstwerke in ihre Inkunabeln der Filmgeschichte. Die cineastische Transposition dieser Räume hat dabei den Mythos eines unschuldigen paradiesischen Raumes hinter sich gelassen. Der Filmgarten steht nicht für das Ausgeräumtsein jedes Missstandes und Zweifels, er zeigt ihn an. Der Spielfilm etabliert einen wertenden Bildercode, der das menschliche Dasein in all seinen Facetten aburteilt und damit das aufdeckt, was die Idee vom Paradiesgarten verschweigt: Das Gartenbild ist immer schon ein Bild der Kritik. Bereits die Ausklammerung des vermeintlichen Übels überführt jedes Paradies vom Loblied auf das Anwesende in den Tadel alles Abwesenden.

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MEDIENwissenschaft, Nr. 2 (2013)
"Erstmals wird das Thema Gartenkunst in seiner medialen Verflechtung mit der Filmkunst ausführlich gewürdigt" findet Rezensent Matthias Kuzina.
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taz-Die Tageszeitung, 18.01.2013
"Eine wunderbare kunsthistorische Dissertation" meint Horst Bredekamp im Interview mit Brigitte Werneburg.
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Süddeutsche Zeitung, 07.08.2012
Rezensent Jan Füchtjohann zeigt sich beeindruckt von dem Band "und gruselt sich".
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