Verschleierter Orient - Entschleierter Okzident?

(Un)Sichtbarkeit in Politik, Recht, Kunst und Kultur seit dem 19. Jahrhundert

Seit dem 11. September 2001 ist der Islam zu einem zentralen Feindbild der
westlichen Welt geworden. In unserer Bilderpolitik kommen zahlreiche Metaphern
des Ver- und Entschleierns zum Einsatz, um das Eigene vom Fremden abzugrenzen.
Der Okzident wird als freiheitlich, offen und transparent dargestellt,
während der Orient verschleiert erscheint: undemokratisch,
rückschrittlich, geheimnisvoll und bedrohlich. Diese politische
Metaphorik ist geschlechtlich codiert. Die geheimnisvolle
Haremsdame oder die unterdrückte Orientalin gehören seit der
Aufklärung ebenso zu ihrem Repertoire wie Allegorien der
Wahrheit, Freiheit und Gleichheit in Bildern nackter Weiblichkeit.
Die interdisziplinären Beiträge des vorliegenden Bandes setzen sich
kritisch mit diesen Phänomenen auseinander.

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Deutschlandradio Kultur, 28.09.2012
Ein wichtiges, aufklärendes, lesenswertes Buch.
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