Traumbuch

Träumen als Einbildungskraft

In den letzten Monaten vor seinem Tod 2001 hat Dietmar Kamper es noch vermocht, seiner Einbildungskraft nachzuspüren – sein Körper-Denken gebar Träume, die er schriftlich niederlegte. Das Buch ist eine weitgehende Auswahl dieser Träume, die ernst machen mit Kampers Axiom, dass Welt nicht mehr in einen Kopf allein hineinpasst.
Dass Schlaf und Tod Brüder, Vorstellungskraft und Traum Zwillingsbrüder sind – diese Einsicht gehört zum Allgemeingut des Wissens über Menschen. Gleiches gilt für den Traum der Vernunft, der Ungeheuer gebiert. Dietmar Kamper, bis zu seinem Tod Professor am Institut für Soziologie der FU Berlin und wesentlich die Berliner Historische Anthropologie verkörpernd, hat vor allem in den letzten Monaten seiner Krebserkrankung im Träumen eine Öffnung gefunden, um an der Mauer des Unmöglichen dem/das Verstehen der eigenen Situation des Körpers nachzuspüren. Dieses Träumen als subjektlose Leidenschaft gehörte für ihn mit zur Wissenschaft – als Abkehr vom Verleugnen der eigenen unbewussten Konstitution.
Das Buch stellt eine Auswahl der niedergeschriebenen Träume Kampers dar: Notiert in einer Zeit, die er selbst »Warten auf den Schmerz« nannte.

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