Gerechtigkeit und Herrschaft

Von der Sowjetunion zum Neuen Russland

Reihe:

Woraus bezog Gorbacevs Perestrojka ihre ungeheure Dynamik? Steckte das Land in einer Gerechtigkeitskrise, die erst durch Glasnost sichtbar wurde? Welche Gerechtigkeitsanforderungen stellten die Bürger an eine künftige Ordnung und ihre politischen Führer?
Diese und ähnliche Fragen erlauben, die Geschichte vom Zerfall der Sowjetunion und Wiederaufbau als Russische Föderation anhand von zwei Thesen unter einem neuen Blickwinkel zu beschreiben: Erstens war das Streben nach Gerechtigkeit ein wichtiger Antrieb für die Reformbewegung der späten 1980er Jahre. Zweitens hat seine Missachtung zum Scheitern
demokratischer Reformen maßgeblich beigetragen. Unter Verwendung von Begriffen philosophischer Gerechtigkeitstheorien gelingt es, die andauernde gesellschaftsprägende Bedeutung von Gerechtigkeitserwartungen herauszustellen.

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