Der Kampf um die Deutung der Neuzeit

Die geschichtsphilosophische Diskussion in Deutschland vom Ersten Weltkrieg bis zum Mauerfall

Was ist die Neuzeit? Ihr bedeutendstes Merkmal ist zweifellos der Siegeszug von Wissenschaft und Technik. Darüber hinaus wird sie nach der Antike und dem Mittelalter als die dritte abendländische Großepoche betrachtet. Die Neuzeit beginnt mit der Renaissance, der Entdeckung Amerikas und der Reformation und dauert bis in unsere Gegenwart fort. Was sagen Philosophen zu dieser Epoche, die wie keine zuvor von einer beispiellosen Entwicklungsdynamik geprägt ist?
Vom Ersten Weltkrieg bis zum Fall der Berliner Mauer war die geschichtsphilosophische Deutung der Neuzeit ein fester Bestandteil der deutschen Geisteswissenschaften. Kaum ein Werk der Philosophie, Kunstgeschichte, politischen Theorie oder Religionswissenschaft, das nicht den Ursprüngen der modernen Welt in der Renaissance nachgegangen wäre. Max Weber, Karl Löwith, Hannah Arendt und Carl Schmitt sind hierfür nur die bekanntesten Beispiele. Ab den 1960er-Jahren wird die Debatte insbesondere von Philosophen wie Klaus Heinrich, Georg Picht und Jacob Taubes vertieft. Doch mit dem Ende des Kalten Krieges gelangt diese zuvor so hitzig geführte Debatte an ein Ende. Was war das für eine Diskussion, die die deutsche Geschichtsphilosophie über 80 Jahre in Atem hielt? Welche Konflikte und Probleme wurden in der Neuzeitdebatte eigentlich verhandelt?

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