Hokuspokus

Bluthostien zwischen Wunderglaube und Budenzauber

Author: Olaf B. Rader
Bei Hitze, Hagel, Kälte oder Trockenheit, als Mittel zur Brandbekämpfung und Abwendung von Wassergefahren hielt man Hostien für allgegenwärtig und allmächtig. Man konnte sie aber auch zu Liebespulver zerstampfen oder damit verwunschene Jungfrauen erlösen. Dass geweihte Hostien unter der Haut getragen gegen jedwede Verwundung schützten, zeigte ihren Nutzen bei Rittern oder Kriegsknechten. Wildschützen glaubten an sie, denn Hostien im Kolbenschaft erhöhten die Treffsicherheit der Büchse; wenn man nicht den Leib Christi gleich mit in das Blei gab, um Freikugeln daraus zu gießen.

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Prof. Dr. Olaf B. Rader ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Monumenta Germaniae Historica an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Lehrte in Magdeburg und Berlin Kulturgeschichte mit dem Schwerpunkt Mittelalter.
Die Welt, 02.06.2015
Alexander Brüggemann bespricht Olaf Raders Hokuspokus, in dem der Historiker dem Phänomen der Bluthostie nachspürt, einem "Geflecht von Theologie, Kulturgeschichte, Philosophie und Chemie".
Lesen Sie hier die gesamte Besprechung.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2015
Rezensent Michael Borgolte hebt das Erzählen als Raders große Stärke hervor, dem "ein reiches, äußerst sorgfältig nachgewiesenes Literaturstudium zugrunde liegt", wie dieses Buch erneut beweise.