Verzeihung denken

Die verkannte Grundlage humaner Verhältnisse

Erfahrungen des Verzeihens und Entschuldigens gehören zu einem nicht-perfekten Leben. Aber gibt es nicht auch Grenzen des Verzeihens? Das Unverzeihliche?
Über Reichweiten und Begründungen des höchst komplexen Vorgangs »Verzeihung« wird in der Philosophie erst neuerdings intensiver nachgedacht. Lange Zeit scheute man die Befassung mit einem Akt, der sich einer rationalen Handlungsregel nicht fügt, sich nicht als moralische Pflicht ableiten lässt, ja, in Spannung zum Gerechtigkeitsempfinden stehen kann. Klaus-Michael Kodalle zeigt, was es heißt, Verzeihung umfassend zu denken: Ausgehend von bemerkenswerten Denkanstößen im 20. Jahrhundert zeichnet er Grundlinien einer Philosophie der Verzeihung in Neuzeit und Antike nach. Ein »gnadenloses« Denken wird mit jenen Theorien konfrontiert, die das Verzeihen als ausschlaggebendes Ingrediens humaner Lebensverhältnisse begreifen. Die letzten Seiten des Buches gelten den Opfern des Holocaust, deren Stimmen von dem Ringen zeugen, selbst angesichts des unübertreffbar Bösen den Geist der Nachsichtigkeit im Leben zu halten.

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Philosophisches Jahrbuch, Band 121/II
„Lesenswert ist das Buch aber bereits aufgrund seiner Materialfülle. Die ausführliche Präsentation von konkreten Gestalten der Gewährung oder Versagung einer Verzeihung im Anhang des Buches verleiht den Überlegungen des Bandes zudem eine Feinkörnigkeit, die sich in der Philosophie nicht häufig findet. Wer sich in Zukunft mit dem Thema Verzeihung beschäftigt, wird um Lektüre dieses Buches nicht herumkommen.“ (Christoph Demmerling)

Phänomenologische Forschungen, 2014
"Kodalle beeindruckt durch die Breite seiner Kenntnisse, die Differenziertheit in der Darstellung sowie die Ausgewogenheit des Urteils", schreibt Peter Welsen.

Zeitschrift für Kulturphilosophie, Heft 8 (2014)
"Es ist überraschend, wie eindringlich der Verfasser das Einschlägige des Verzeihens bei Autoren geltend zu machen versteht, bei denen die Prominenz der Thematik nicht zu erwarten war", findet Ernst Wolfgang Orth.

Christ in der Gegenwart, Nr. 38 (2014)
"Wer immer sich mit dieser grundlegenden Thematik weiter beschäftigen will, muss zu diesem beeindruckenden Lebenswerk greifen", empfiehlt Gotthard Fuchs.

e-Journal Philosophie der Psychologie, Nr. 20 (2014)
"Das Buch hat hohe Qualitäten, die es für das interdisziplinäre Gespräch empfehlen, und es ist ein eindrucksvolles Beispiel für die konzeptuelle und theoretische Bereicherung, die gerade Psychoanalyse, Psychotherapie und Beratungsmodelle gewinnen können." (Brigitte Boothe)
Lesen Sie hier die gesamte Besprechung.

Philosophischer Literaturanzeiger, Heft 4 (2014)
„Wir sehen jetzt die Dringlichkeit der Thematik und ahnen die Möglichkeit ihrer systematischen Formung. Auf dem Weg zu diesem Ziel wird niemand an der Studie von Klaus-Michael Kodalle vorbeikommen." (Gerald Hartung)

Philosophische Rundschau, Nr. 61 (2014)
"Die Studie Kodalles ist lehrreich für jeden Leser, der einen Zugang zu dem aktuellen und nach wie vor nicht ausreichend untersuchten philosophischen Problem der Verzeihung sucht." (Verena Rauen)

Jahrbuch für Politisches Denken, 2014
Das Buch sei "Philosophiegeschichte und reflektierte Lebenswirklichkeit in einem", meint Barbara Zehnpfennig.

Information Philosophie, 2014
„Mit einer bis dato unübertroffenen Differenziertheit führt der Band in das Thema des Verzeihens ein, zu dem Kodalle bereits in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Einzelaufsätze und ein kleineres Buch veröffentlicht hat. Wer sich hineinversenkt und den ineinander verwobenen Gedankengängen folgt, findet sich vielfach bereichert.“ (Heidemarie Bennent-Vahle)

Göttingische Gelehrte Anzeigen, Heft 3/4 (2015)
"Das Buch ist in allen Teilen wunderbar zu lesen, da es bei aller Präzision auf jeden Jargon verzichtet. Kodalle schreibt einen ehrlichen, flüssigen Stil – locker, bisweilen sogar flapsig, manchmal auch in einer Eleganz, die aus der Tiefe der Sache kommt und daher nicht als äußeres Mittel erscheint." (Tom Kleffmann)