Wenn die Welt in Stücke geht

Warum wir philosophieren

Was machen wir, wenn die Welt in Stücke geht? Wenn Krisen und Katastrophen Ausmaße annehmen, die uns vollkommen überfordern? Nachdenken bis wir der Sache auf den Grund gegangen sind. Das jedenfalls ist die klassische Antwort der Philosophie – eine Antwort, die in Zeiten der Postmoderne gerne vergessen wurde. Das Buch ist ein vehementes Plädoyer für ein Denken, das einem krisenhaften 21. Jahrhundert wieder auf Augenhöhe begegnet.
Philosophieren galt lange Zeit als eine Aktivität in der Komfortzone. Solange alles seinen geordneten Gang ging, schien das vernünftig. Geschichte, Gesellschaft, Märkte, Börsen und zuletzt auch das große Ganze brauchten weder Kritik noch intellektuellen Zuspruch. Seit der Jahrtausendwende ist das jedoch anders geworden. Krisen und Katastrophen beherrschen die Wahrnehmung unserer Zeit. Der Philosophie ist es freilich nicht gelungen, sich dem existentiellen Ernst der neuen Lage erneut zu stellen. Das Buch zeigt in 10 Kapiteln, wie das abendländische Denken von Anfang an darauf ausgerichtet war, zu drängenden Welt-Problemen passende Welt-Konzepte zu entwickeln, und wie Philosophie immer wieder aus dem besonderen Drama der jeweiligen Zeit entstanden ist, um schließlich zu erläutern, inwiefern sich auch heute Krisen-Konzepte für eine fragwürdige Gegenwart abzeichnen und bereits anbieten.

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  • Einleitung
    Wenn die Welt in Stücke geht. Warum wir philosophieren
    Seiten: 7–22
  • Wozu das Ganze?
    Oder: wie die Philosophie mit dem Staunen beginnt
    Seiten: 23–30
  • Wenn die Ordnung im Kosmos ihren Dienst versagt
    Sokrates, Platon und griechische Verhältnisse in der Philosophie. Aristoteles und der Versuch, Ordnung zu schaff en. Wie Metaphysik entsteht
    Seiten: 31–98
  • Wenn die Philosophie versagt
    Oder: wie man sich in zweifelhaften Weltverhältnissen einrichtet. Die antike Skepsis. Seneca und die Erfindung der Gelassenheit
    Seiten: 99–114
  • Wenn die Theologie versagt
    Oder: wie man aus zweifelhaften Weltverhältnissen wieder herausfindet. Zw eifel als Methode. Die neuzeitliche Skepsis. Descartes und die Suche nach einem neuen Fundament für die Philosophie
    Seiten: 115–132
  • Wenn die Vernunft ihren Dienst versagt
    Oder: was zu tun ist, wenn das Denken an sich selbst verzweifelt. Kant und der Versuch, die Dinge aus sicherer Distanz zu betrachten. Der Philosoph im Status des Beobachters: oder was es heiSS t, dem Welterkennen beim Welterkennen zuzuschauen. Das Konzept der Transzendentalphilosophie. Hegel und der Versuch, die Verunsicherungen der Vernunft in die Gewissheit ihrer Geschichte einzubetten. Das Konzept einer Phänomenologie des Geistes
    Seiten: 133–160
  • Wenn die Geistesgeschichte ihren Dienst versagt
    Oder: was zu tun ist, wenn sich der Mensch seiner modernen Welt schutzlos ausgeliefert fühlt. Der Mensch in einer Welt anonymer Technik. Wittgenstein und der Versuch, in den Wahrheitstafeln einer reinen Logik einen solchen Weltentwurf glaubhaft zu machen. Heidegger und der Versuch, dem Dasein durch einen überragenden Weltentwurf wieder Sinn zu verleihen.
    Seiten: 161–188
  • Wenn das Ereignisdenken versagt
    Oder: was zu tun ist, wenn alle Erwartung eines Ereignisses enttäuscht wurde und die Welt weiter absurd erscheint. Das vorläufige Sich-Abfinden mit der Herrschaft der Maschinen, der Technik und ihrer Steuercodes. Das Konzept des Strukturalismus. Lévy Strauss und die Welt als Code. Das skeptische Konzept der analytischen Philosophie. Quines ontologische Relativität. Das stoische Konzept der analytischen Philosophie. Davidsons »principle of charity«.
    Seiten: 189–220
  • Wenn die Strukturen uns nichts mehr zu sagen haben
    Oder: was zu tun ist, wenn die Herrschaft der Codes unerträglich wird. Eine rettende Aussicht auf ein Jenseits der Codes noch innerhalb der Sphäre der Codes. Derrida und das Konzept der Dekonstruktion: Metaphysik als unmögliches Unternehmen. Foucault und das Konzept einer Archäologie des Wissens.
    Seiten: 221–250
  • Wenn die philosophischen Utopien uns nichts mehr zu sagen haben
    Oder: was zu tun ist, wenn die philosophischen Grabungsarbeiten und UmbaumaSS nahmen der Zeichensphäre zur zweifelhaften Routine werden. Wie aus philosophischer Skepsis eine postmoderne Lebenskunst wird. Und aus postmoderner Lebenskunst eine postmoderne Metaphysik. I. Sloterdijk der Kyniker. II . Sloterdijk der Stoiker
    Seiten: 251–260
  • Wenn das Weltversagen zurückkehrt
    Oder: was zu tun ist, wenn nach postmoderner Entlastung wieder eine realistische Belastung eintritt. Was zu tun ist, wenn die Welt wieder in die Sphäre der Zeichen einbricht und die Zeit selbsterzeugter Probleme zuende geht. Das frühe 21. Jh. im Zeichen der Krisen und Katastrophen. Die Rückkehr ursprünglichen Staunens in die Philosophie.
    Seiten: 261–276
  • Ausführlicher Inhalt
    Seiten: 279–284
Martin Gessmann, Studium der Philosophie, Romanistik und Germanistik in Tübingen, Nantes und Washington D.C. 2010 Professur für Philosophie in Heidelberg, seit 2011 Professor für Kultur- und Techniktheorie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main.
Literaturkritik.de, 21.07.2014
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