Montaignes exemplarische Ethik

Auf dem Weg zur Konzeption des souveränen Individuums

Bedeuten 107 Versuche nicht zumindest 106 Fehlschläge? Hat hier jemand schlicht aus seinen Fehlern nicht gelernt oder sollte uns sein Beispiel vielmehr etwas lehren? Michel de Montaigne zelebriert wie niemand sonst das Scheitern, welches die Skepsis der Philosophie der Renaissance auferlegte. Unerschrocken und gutgelaunt wagen seine Essais die Schritte in jene Gassen, in welche uns Nikolaus von Kues zu Beginn der Epoche rief. Voller Tatendrang versucht sich die Vernunft am Chaos der Welt und den Fetzen des Individuums. Doch Montaigne wagt mehr – die epistemischen Zweifel und die verzweifelte Suche nach sich selbst bilden lediglich das Terrain, auf welchem im Angesicht der drohenden Wirklichkeit eine ethische Expedition unternommen wird. Dieser folgt Charlotte Bretschneider nach. Sie wählt die Essais als Reiseführer und orientiert sich an Montaigne als Exempel.

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