Der jüdische Witz

Zur unabgegoltenen Problematik einer alten Kategorie

Der Essayband aktualisiert die Diskussion um den ›jüdischen Witz‹ aus zwei neuen Perspektiven. Er erfasst neben dem Erzählwitz dessen literarische Variante, die von Satirikern wie Heine und Tucholsky entwickelt wurde. Zudem liefert er erstmals einen transatlantischen Vergleich und fragt: Weshalb gestaltete sich die Kultivierung des jüdischen Witzes in den USA so anders als in Europa?
Der ›jüdische Witz‹ wurde in den 1960er Jahren vor allem durch die Sammlung Salcia Landmanns bekannt. Doch erschöpft er sich in heiteren, folkloristischen Erzählwitzen? Die ursprünglich als Schmähvokabel gedachte Prägung des sog. »Judenwitzes« wurde von jüdischen Autoren des Vormärzes umgedreht und als »Waffe« im Prozess der jüdischen Selbstbehauptung eingesetzt. So entstand eine eher aggressive Version, deren wichtigste Vertreter Heine, Börne, Kraus und Tucholsky waren. Während der jüdische Witz in Europa durch die Shoa so gut wie vernichtet wurde, findet sich in den USA eine ungebrochene Tradition, die von Eddie Cantor über Woody Allen bis hin zu Seinfeld reicht.

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