Die Welt als Schöpfung betrachtet

Eine stille Subversion

AutorIn: Peter Strasser
Die Welt als Schöpfung zu betrachten, heißt, sie in all ihrer Schönheit, ihrem Schrecken und ihrer Banalität als etwas zuinnerst Lebendiges – Durchgeistigtes – »anzuschauen«. Heißt dies aber nicht, so die reflexartige Frage, hinter den Stand des heutigen Wissens zurückzufallen? Nein, das heißt es nicht! Kein Mensch, der sein In-der-Welt-Sein wachen Sinnes erlebt, kann das Geheimnis der eigenen Existenz im aktuellen Standardmodell des Wissens, vom Urknall bis zum Genom, wiederfinden. Die Tatsachen des Bewusstseins bleiben diesem Modell fremd. Wir werden zu Gefangenen unserer Hirnhöhle; und was immer der Reduktion auf Lebloses, »Materielles«, widersteht, wird zu bloßem Schein. Wollen wir uns nicht selbst verlieren, dann ist es Zeit für eine Weltbetrachtung gegen den Zeitgeist. Um der Hirnhöhlengefangenschaft zu entgehen und unser Wesen jenseits szientifischer Verengungen zu wahren, bedarf es einer stillen Subversion: Es bedarf, ungeachtet allen neoreligiösen Getümmels, einer Anschauung der Dinge, wonach sich Geistiges als schöpferische Macht entfaltet.

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Peter Strasser unterrichtet an der Karl-Franzens-Universität in Graz Philosophie und Rechtsphilosophie. Außerdem ist er seit 1999 Lektor und Gastprofessor am Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt.
Die Presse, 19.12.2015
Ernst Fürlinger hebt als Qualitäten des Buches nicht nur "die fachliche Genauigkeit, die kreative Sprachkraft, sondern auch die Fähigkeit, aus dem akademischen Gehege auszubrechen" hervor.
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