Biometrie

Zur Soziologie der Identifikation

Autor:in: Ricky Wichum
Wie reguliert man Bedingungen und Organisation der Freiheit? Die Biometrie als eine aktuelle Technologie liberalen Regierens moderner Gesellschaften trägt einerseits zu Regulationen bei, erzeugt andererseits aber stets auch Krisen und Konflikte um die Grenzen der Freiheit.
Anstatt die Biometrie von vornherein als ein Herrschaftsinstrument der soziologischen Analyse zuzuführen, diskutiert der Autor zunächst, wie die Materialität der Biometrie überhaupt soziologisch sinnvoll zu befragen ist. Im Rahmen einer Soziologie der Identifikation wird sie als eine Technologie der Regierbarmachung und Selbstregierung skizziert, die verspricht, Steuerungsprobleme moderner Gesellschaften zu lösen. Drei Identifikationsdispositive der Biometrie stehen im Zentrum: das anthropometrische Signalement von Alphone Bertillon, die automatisierte Gesichtserkennung bei Facebook sowie die automatische Grenzkontrollspur »EasyPass«. Der Autor untersucht das jeweilige Zusammenspiel von gesellschaftlichen Problemlagen, Epistemologie und technologischer Bedingung, in dem die biometrische Identifikation als Lösung aufscheint und dabei zugleich Ordnungsoptionen des Sozialen vorprägt.

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Ricky Wichum, M.A. hat Soziologie und Politikwissenschaft in Jena und Freiburg studiert. Am Institut für Soziologie in Freiburg arbeitete er von 2009 bis 2015 in verschiedenen Projekten der Sicherheitsforschung (u.a. Barometer Sicherheit in Deutschland (BaSiD)). Seit Oktober 2015 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter der DFG Kollegforschergruppe „Medienkulturen der Computersimulation“ (MECS) an der Leuphana Universität Lüneburg.