Asozialität und Aura

Wolfgang Hilbig und die Romantik

HerausgeberInnen: Gert Theile und Norman Kasper
Wolfgang Hilbigs Beziehung zur Romantik ist facettenreich – der vorliegende Band geht anlässlich des
10. Todestages des Autors unterschiedlichen Spuren nach, die ihn mit der Zeit um 1800 ins Gespräch bringen.
Auch wenn die Einflüsse der symbolistischen und klassischen Moderne prägend gewesen sein mögen – ohne den Bezug zur Romantik lässt sich das Werk Hilbigs nur schwer verstehen. Noch vor der Rehabilitation romantischer Schreibweisen in der DDR-Literatur der 1970er Jahre und in seiner Radikalität einzigartig entdeckt Hilbig Autoren wie E.T.A. Hoffmann und Novalis für sich und anverwandelt deren Stimmen in seiner Lyrik und Prosa. Im Ergebnis spiegelt Hilbigs hier erstmalig ausführlich diskutierte Geisteshaltung und Lebensform der Asozialität die identitätsskeptische und gesellschaftskritische Attitüde der Romantiker um 1800 in den deutsch-deutschen Abenteuern des späten
20. Jahrhunderts: grotesk, sprachbewusst und bildversessen.

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Gert Theile: Studium der Germanistik, Geschichte und Pädagogik an der Universität Leipzig. Promotion 1988, Habilitation 2017. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Goethe-und Schiller-Archiv Weimar der Klassik Stiftung Weimar.
Norman Kasper: Studium der Germanistischen Literaturwissenschaft, Deutsch als Fremdsprache (DaF), Politikwissenschaft und Geschichte in Jena und Halle/S. Promotion 2011. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Germanistischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.