Montaignes Revisionen

Wissen und Form der Essais

Author: Helmut Pfeiffer
Die Essais werden als eine spezifisch moderne Textform in der Dynamik von Lesen und Schreiben, der Konstruktion und Revision von Wissen und Erfahrung vor dem Hintergrund einer epochalen Erschütterung ethischer, ökonomischer, philosophischer und religiöser Gewissheiten interpretiert. Gegenstand des Buches ist Montaignes Auseinandersetzung mit dem Wissen und den Formen der Bücher seiner umfangreichen Privatbibliothek. Sie umfasst die Literatur der Antike, aber auch Werke des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Der Leser Montaigne ist weder vom Anspruch der Nachahmung noch vom Gestus der Überbietung geprägt. Vielmehr arbeitet er an Rekonstruktionen, die in immer wieder neuen Ansätzen selbst kritischen Revisionen unterzogen werden. Thematisiert werden Montaignes Auseinandersetzung mit Rhetorik und Poetik der Antike, exemplarische Formen des Umgangs mit antiker Größe, die Lektüre und Relektüre zentraler Autoren, schließlich der Parcours einer anthropologischen Selbstreflexion, vor allem in den späten Essays.
The topic of the book is the dynamic relation of reading and writing in Montaigne’s Essais, the foundational text of a genre whose anthropological gesture has fundamentally shaped modern literature. At the same time the Essais are a complex reaction to the profound cultural crisis provoked by religious strife and civil war. This situation provokes a practice of writing which constantly reflects its own constructions. The book shows how Montaigne’s readings and rewritings combine the revision of traditional, ethical, economic, political and theological certainties and intricate processes of self-revision.

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