1967

Pop, Grammatologie und Politik

67 statt 68: für einen erweiterten Begriff der Politik. Zu 68 gibt es nichts mehr zu sagen. Aus dem „Ereignis“ ist wahlweise ein „Gegenstand der Geschichtswissenschaft“ oder ein „Mythos“ geworden; die Übertreibungen sind zurückgenommen, die Irrtümer korrigiert. Vielleicht aber hat schon 68 selbst, nicht erst seine Nachgeschichte, einen seinerzeit entwickelten Begriff der Politik wieder verkürzt, indem es die radikalen Experimente in Kunst, Alltag und Theorie aus dem Feld des Politischen ausgrenzte, zu dem sie 1967 noch gehörten. Dieses Buch (re)konstruiert daher einen Zusammenhang von literarischen und theoretischen Texten, von Popmusik, Filmen, Aktionen und Grammatologie aus dem Jahr 1967 und schlägt vor, daraus eine alternative Chiffre abzuleiten: 67 als „Sondierung der Basisstruktur der Sprache“ – und damit als Arbeit an den Grundlagen des Politischen überhaupt.

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Nach seinem Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft sowie anderer Philologien promovierte Robert Stockhammer 1989 mit anschließender Habilitation an der Freien Universität Berlin. Seit 2007 ist er Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der LMU
Der Freitag, 03.08.2017
"Ein kluges Buch, das zeigt, dass auch die Linguistik Instrumentarien besitzt, um politische Prozesse zu erfassen."