Schwellenprosa

(Re-)Lektüren zu Goethes 'Wahlverwandtschaften'

Die ‚Schwelle‘ ist Ausdruck des krisenanfälligen Grenzübergangs zwischen zwei oder mehreren Sphären mit ihren jeweils ganz eigenen, oftmals konträr zueinanderstehenden Welt- und Ordnungsvorstellungen. Wie Goethes Wahlverwandtschaften diese Symbolik der Schwelle aufgreift und auf bestimmte Konfliktlinien zwischen Tradition und Moderne hin zuspitzt, diskutiert der Sammelband aus der Sicht prominenter Literatur- und KulturwissenschaftlerInnen. Goethes Roman eröffnet als Schwellenprosa im dialektischen Spannungsfeld von Linearität, Konsens, Tradition auf der einen Seite und Dissens, Aufbruch und Renovation auf der anderen Seite neue Perspektiven: Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Wahlverwandtschaften der letzten 35 Jahre wird dazu rekapituliert und anhand von wissenschaftshistorischen, diskursanalytischen, zeit- und gattungstheoretischen Perspektiven weiter- und gegebenenfalls umgeschrieben. Lektüre und Re-Lektüre werden so miteinander konfrontiert.

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Hannah Dingeldein ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Germanistik II der Universität Mannheim.
Anna-Katharina Gisbertz promovierte 2009 an der University of Chicago und habilitierte sich 2017 an der Universität Mannheim, wo sie auch lehrt.
Sebastian Zilles ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Siegen.
Justus Fetscher ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Mannheim.