Leibliche Praxeologie vs. Iconic Turn

HerausgeberInnen: Thomas Becker und Christoph Metzger
Sind Bilder und Sehen immer eine dominante Praxis im Feld der Kunst? Der Begriff 'Feld der Kunst' ist spätestens seit der letzten documenta zur Mode geworden. Wenig reflektiert wird dabei, dass das Feld der Kunst sehr eng mit dem Begriff der Praxeologie verbunden ist. Ein Feld der Kunst ist kein semantisches Bedeutungsfeld, sondern eine Logik praktischer Strategien. Praxeologien sind weder binäre noch widerspruchsfreie Logiken, sondern leiblich gebundene Strategien der Innovation. Mit seiner Theorie einer Logik des Bildes übersieht der Iconic Turn die leiblichen Praxeologien einer alle Sinne einbeziehenden Wahrnehmung. Schon seit Marcel Duchamps Kritik an der retinalen Konzentration der Kunst auf Bilder gilt die Dominanz des Sehens nur für den Massenmarkt, nicht aber für die innovative Praxis avantgardistischer Künstler. Theoretisches Konzept, empirische Beispiele der Kunst, Kulturgeschichte und Analysen von Computerspielen zeigen in diesem Band Beispiele der Analyse von Praxeologien auf.


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Thomas Becker: Studium der Philosophie und Kunstgeschichte in Tübingen und Berlin. Promotion in Philosophie an der FU Berlin, Habilitation in Kulturwissenschaft an der HU Berlin. Maître de Langues an der ENS Fontenay-aux-Roses, Fellow an der EHESS Paris, Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste. Z.Z. Vertretung der Professur Philosophie/Ästhetik/Theorien der zeitgenössischen Künste an der HBK Braunschweig,
Christoph Metzger ist Professor für Kunstwissenschaft an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig.