Spiel der Liebe im Minnesang

Autor:in: Beate Kellner
Der deutsche Minnesang ist eine der wichtigsten Ausprägungen der europäischen Liebeslyrik im Mittelalter.
Die vorliegende Monographie unternimmt in vielerlei Hinsicht eine Neudeutung dieser hoch artifiziellen Liebesdichtung. Bis heute finden wir oft ein zu eindimensionales Verständnis von Minnesang, nach dem besonders der Hohe Sang auf ein monotones Kreisen um die Unerfüllbarkeit der Liebe festgelegt wird. Unter der Oberfläche eines Zelebrierens von Idealen kann man jedoch ein breites Spektrum von erotischen Phantasmen, Spielarten des Begehrens, Imaginationen von Rache und Gewalt, Drohungen, Voyeurismus, Liebe und Krieg, selbstquälerische Zweifel und Narzissmus entdecken. Diesen Imaginationen geht das Buch ebenso nach wie den Idealisierungen der Dame, den damit verbundenen Verkehrungen der mittelalterlichen Geschlechterordnung und der Reflexion der höfischen Gesellschaft in den Liedern.
German Minnesang is one of the most important forms of medieval European love poetry. In many respects, this monograph presents a new interpretation of this highly artificial form of love poetry. Beneath the monotonous surface celebration of unrequited love one can discover a broad spectrum of erotic fantasies, different manifestations of desire, visions of revenge and violence, threats, voyeurism, love and war, self-torturing doubts and narcissism. This monograph examines both these fantasies and the idealisation of the lady, as well as the contemplation of courtly society in the songs.

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Beate Kellner ist seit 2010 Professorin für Germanistische Mediävistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2016 war sie Gastprofessorin an der University of California, Berkeley.