Fotografie konstruierter Sichtbarkeit

Bildpraxis der Mikrofotografie von den ersten Versuchen bis ins 20. Jahrhundert

Mikroskopische Vergrößerungen sind instrumentell konstruierte Sichtbarkeiten, die nur im Mikroskop betrachtet werden können und keine Referenz in der für uns sichtbaren Wirklichkeit aufweisen. Sie können daher nicht hinsichtlich ihrer „Richtigkeit“ und „Wahrheit“ überprüft werden.
Wird die Vergrößerung fotografiert, überträgt sich die Unsicherheit über die Richtigkeit des zu Sehenden auf die Aufnahme: Sie zeigt ein instrumentell konstruiertes Bildobjekt von fragwürdiger Existenz. Mikrofotografien evozieren somit die Frage, wie mit diesen Aufnahmen insbesondere in einer Zeit umgegangen wurde, in der dem fotografischen Bild „Wahrhaftigkeit“ und „Objektivität“ zugesprochen wurde. Die Autorin findet hierauf Antworten, indem sie sowohl die theoretischen Debatten über den Einsatz der Fotografie in der Mikroskopie im 19. und frühen 20. Jahrhundert untersucht als auch verschiedene praktische Umgangsformen und Verwendungskontexte von Mikroaufnahmen analysiert.
This book examines the practical handling of photomicrography in the 19th and early 20th centuries, and thus at a time when truthfulness was still ascribed to photographic images. For photomicrographs, however, this attribute is inappropriate, because they show microscopic magnifications that are artificially generated and have no reference in the visible world. By examining theoretical debates and analyzing various applications of the thereby created images, this book shows how practitioners at that time dealt with this problem.

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