Prekäres Erzählen

Narrative Ordnungen bei Robert Walser, Franz Kafka und Theodor Fontane

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Author: Lukas Gloor
Robert Walser, Franz Kafka und Theodor Fontane verfolgen in ihrer Auseinandersetzung mit dem Ordnungsproblem der Moderne ein genuin prekäres Erzählen.
Versucht Fontanes Der Stechlin kurz vor der Jahrhundertwende die subtile Ambivalenz im Roman mittels Erzählen in ihre Schranken zu weisen, so befreit Walser das Erzählen regelrecht: In digressiven und performativen Verfahren, der Überblendung von widersprüchlichen Ordnungsmustern potenziert sich das Ordnungsproblem. Kafka schließlich führt in der späten fragmentarischen Erzählung Der Bau vor, wie jegliche Differenzierung in sich zusammenfällt und das Erzählen in einer paradoxen Wendung seine eigene Unmöglichkeit darstellt. Die vorliegende Studie untersucht diese drei prototypischen Formen eines prekären Erzählens mit aktuellen narratologischen Konzepten.
Robert Walser, Franz Kafka, and Theodor Fontane pursue a precarious narration in the context of the problem of order in modernity. While Fontane’s Der Stechlin attempts to put the rampant ambivalence in its place by means of an orderly narration, Walser liberates narration: in a digressive and performative process, he cross-fades contradictory patterns. Finally, Kafka demonstrates in The Burrow how all differentiation collapses and how narrative, in a paradoxical way, represents its own impossibility. Precarious narration, the book argues, is not a deficit narrative but a genuine form of narration.

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